Deutschland streitet noch über E-Autos, da plant China die nächste Auto-Revolution.

Batterie oder Wasserstoff — was ist die sinnvollere Auto-Technik? Die Antwort findet man in China!

(erschienen als Chinabriefs Kolumne bei Focus Online — DLDaily am 4.7.2019)

Der Bereich Elektromobilität ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie weit China inzwischen voraus ist: Während wir uns in Deutschland immer noch nicht sicher sind, ob E-Autos überhaupt Sinn machen und unsere Hersteller lieber mit der Politik über Voraussetzungen streiten, werden in China Fakten geschaffen:

  • Seit fast 10 Jahren sind dort viele Zweiräder bereits elektrisch unterwegs, inzwischen rund 30 Millionen. Dadurch sind die Strassen für asiatische Verhältnisse erstaunlich ruhig — teilweise gefährlich ruhig.

  • Während es in den ganzen USA nur 300 Busse mit Elektroantrieb gibt, sind in China bereits 421.000 in Betrieb. Das südchinesische Shenzhen hatte bereits 2017 als erste Stadt weltweit sämtliche 16.000 Busse ausgetauscht. Dieses Jahr waren alle 21.000 Taxis dran.

  • Gleichzeitig testet man auch ganz neue Verkehrskonzepte, etwa eine elektrische Straßenbahn, die ohne Schienen auskommt, weil sie wie ein Bus auf Reifen fährt. Das 32 Meter lange Fahrzeug kann 300 Passagiere aufnehmen und macht es möglich, die geringen Kosten und hohe Flexibilität eines Busses mit der höheren Kapazität eines Zuges zu kombinieren.

Die Geschwindigkeit mit der sich diese Entwicklung vollzieht, ist natürlich zum großen Teil direkte Folge des autoritären politischen Systems. Ebenso die oft unbegrenzt scheinenden finanziellen Mitteln, die der Staat zur Verfügung stellt, sobald ein bestimmter Industriezweig gezielt aufgebaut werden soll. Trotzdem müssen sich westliche Unternehmen an dieser Dynamik messen lassen, wenn sie im Wettbewerb nicht zurück fallen wollen.

Besonders hoch ist der Innovationsdruck im PKW-Bereich, wo in China aktuell hunderte kleinerer und grösserer Startups versuchen, neue vollelektrische Automobil-Marken an den Start zu bringen. Diese brauchen von der initialen Finanzierung über die Entwicklung erster Konzeptfahrzeuge bis hin zum Aufbau der gesamten Fertigung, oft weniger Zeit als ein deutscher Hersteller für die Realisierung eines einzelnen neuen Modells, wie z.B. Volkswagen für den Golf VIII.

Auch wenn die Schnelligkeit und Entscheidungsfreude der einzelnen Unternehmen eine wichtige Rolle spielt, wäre auch dies niemals ohne staatliche Förderung möglich. Die Politik versucht hier sehr strategisch einen auf die Zukunft ausgerichteten Automobilsektor in China zu schaffen.

Allen Beteiligten ist dabei bewusst, dass man den Vorsprung westlicher Firmem bei konventionellen Fahrzeugen nicht mehr aufholen wird. Stattdessen will man aber bei alternativen Antrieben vom Start weg in Führung gehen.

Um dies zu erreichen gab es die letzten Jahre einen klaren Fokus auf ein bestimmtes Antriebskonzept: vollelektrische Batterie-PKW — BEV(Battery-ElectricVehicles). Nicht zuletzt aufgrund des bereits vorhandenen Vorsprungs bei der Batterietechnologie, machte dies auch absolut Sinn.

In Deutschland scheint sich inzwischen ebenfalls das BEV als bevorzugter Technologieansatz durchzusetzen — interessanterweise genau in dem Augenblick, wo wir in China Hinweise sehen, dass sich die Dinge dort ändern: staatliche Förderungen für den Kauf von BEV werden zurückgefahren, Startups in dem Bereich haben plötzlich Schwierigkeiten Anschlussfinanzierungen abzuschliessen und auffällig oft wird nun ein alternativer Technikansatz in den Medien erwähnt: die Kombination von Wasserstoff(H2)und Brennstoffzellen — FCEV(FuelCell Electric Vehicle).

Der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang besuchte im Mai 2018 ein Toyota-Werkin Japan, wo ihm der Toyota Miraivorgeführt wurde — eines der wenigen existierenden FCEV-Modelle, die man heute tatsächlich kaufen kann. Was immer er dort sah, es hat ihn nachhaltig beeindruckt. Denn seitdem finden sich Wasserstoff und Brennstoffzellen immer öfter in staatlichen Planungsunterlagen.

Dabei sollte man aber nicht den Fehler machen zu glauben, China würde nun BEVs durch FCEVs ersetzen. Das wird mit Sicherheit nicht passieren, denn den Vorsprung im Batterie-Bereich will man mit Sicherheit nicht aufs Spiel setzen. Vielmehr wird man sich mit FCEV eine zweite Option schaffen, um frühzeitig Know-How auch bei dieser Technologie aufzubauen.

Und man kann davon ausgehen, dass China dabei, ähnlich wie Japan und Korea, das Thema Wasserstoff ganzheitlich angeht, denn allein für den Automobilbereich macht diese Technik wenig Sinn.

Stattdessen braucht es eine nationale Wasserstoff-Strategie, die folgende Fragen beantworten muss:

  • Wie kann der Wasserstoff CO2 neutral erzeugt werden?

  • Wie baut man ein weitreichendes und enges Distributionssystem auf?

  • Und wo gibt es H2-Nutzungsszenarien über den Fahrzeug-Bereich hinaus, z.B in der Industrie oder bei der Energieversorgung von Wohnhäusern?

In einem solchen Gesamtsystem würden FCEV sicherlich ihren Platz finden, vor allem im Nutzfahrzeugbereich, wo große, schwere Batterien wenig Sinn machen. Aber auch Schiffe, Züge und Flugzeuge könnten hier eventuell Wasserstoff zum Antrieb nutzen. All dies wäre ein grosser Schritt hin zur nachhaltigen Dekarbonisierung der gesamte Energieversorgung.

Wie man dies erreichen kann, darüber denken jetzt aktuell vermutlich eine ganze Reihe von Regierungsstellen in China sehr intensiv nach, um möglichst bald eine umfassende Strategie dafür zu präsentieren.

Genau hier sieht man aber einen großen Unterschied zwischen China(aberauch Japan oder Korea) und Deutschland — abseits von allen Differenzen im politischen System: denn hierzulande improvisiert jeder isoliert in seinem eigenen kleinen Silo — die einen mit sehr langem Anlauf auf der„NationalenPlattform Elektromobilität“, die anderen konzeptlos versprengt beim Kampf mit der Energiewende. Gemeinsam ein ganzheitliches Konzept zu erarbeiten, hält offensichtlich niemand für ein sinnvolles Vorgehen.

Anders in Asien: hier wird in so einem Fall ganz selbstverständlich ein übergreifendes und langfristig gedachtes Konzept erarbeitet und dann sehr konsequent, aber auch mit dem nötigen Pragmatismus, umgesetzt.

Womit sich auch die Antwort auf die Frage ergibt, was die sinnvollere Technologie ist — Batterie oder Wasserstoff? Wie so oft in China gilt auch hier: nicht“entweder,oder” sondern“sowohl,als auch” — aber eingebettet in eine kluge, strategisch durchdachte Konzeption.

Warum probieren wir so einen Ansatz eigentlich nicht mal in unserem Land aus?

Weitere Artikel zum Thema:

Roadshow "Influencer Marketing" - 21.-29. Mai 2019

Update 30.Mai 2019:

Inzwischen ist die Tour mit news aktuell abgeschlossen. Ihnen stehen aber die wichtigsten Charts meines Vortrags unten noch einmal zur Verfügung.

Wenn Sie Fragen zum Thema haben, einen Referenten im Bereich Digital Marketing suchen oder Unterstützung hier benötigen, schreiben Sie mir gern eine kurze Nachricht.


Eines der grossen Marketing-Themen der letzten Zeit ist der Einsatz von Influencern in der Marken-Kommunikation. Genau dazu hat die dpa Tochter news aktuell ihren diesjährigen Trendreport erstellt, der Ende Mai im Rahmen einer Roadshow vorgestellt wird.

An fünf Terminen werde ich im Rahmen eines Vortrag in des Thema einführen, zeigen wo Digital Marketing heute steht, sowie welche Rolle Influencer Marketing dabei spielt. Anhand konkreter Cases wird auch deutlich, was hier häufig falsch gemacht wird, welche besseren Ansätze es gibt und wie man mit den richtigen Zielen & KPIs beides voneinander unterscheiden kann. 

Im Anschluss stellt news aktuell die Ergebnisse ihrer Studie vor, gefolgt von spannenden Diskussionen und einem guten Frühstück.

Die Termine & Orte im Einzelnen:

Will jemand wissen, wo heute die echten Herausforderungen & Chancen für Unternehmen liegen?

Falls ja, dann empfehle ich diesen Beitrag vom diesjährigen OnlineMarketingRockstars Festival:

Verena Bahlsen, Kekserbin aus Hannover, sagt in dem recht spontan wirkenden (aka authentischen) Vortrag jede Menge kluge Dinge:

  • z.B. das man unter Innovationen viel zu oft irgendwelche Marketing-/Vertriebs-Gimmicks (“Beacons im Einzelhandel”) versteht und viel zu selten innovative / bessere Produkte (in ihrem Fall: gesündere & nachhaltigere Lebensmittel).

  • Woran das innovative Denken oft scheitert kann sie dabei auch klar beschreiben: “Unsere Unternehmen sind allein auf Profit oder Wachstum ausgerichtet und jeder ist total in Strukturen und Prozesse eingesperrt. Aber dann erwarten wir von Mitarbeitern, dass sie jetzt die Dinge mal komplett neu denken. Das ist doch Quatsch! Wie soll das gehen??”

  • Und schliesslich auch noch was zum aktuellen Hype-Thema Sinn & Purpose — nämlich, dass sie am Morgen auf einem Panel gefragt wurde, wie man heute einen Sinn für sein Unternehmen entwickelt und sie sich dabei gefragt hat, wann es eigentlich normal geworden ist, Dinge ohne Sinn zu machen…?

Halleluja!

Dass viele Mitarbeiter nicht mehr wissen, wieso es das Unternehmen wirklich gibt, in dem sie arbeiten und sie deshalb ihre ganze Arbeit schnell als sinnlos empfinden, ist sicher ein Kernproblem der Unternehmensführung heute. Oft versucht man das mit Purpose-Workshops, Agile & New Work zu lösen, anstatt bei den eigenen Produkten & Services anzusetzen.Warum? Weil echte “Profis” halt wissen, was man ändern kann und was nicht! Und so wird dann statt neuer Produkte, lieber ein Beacon ins Schaufenster gelegt. Ist ja auch irgendwie innovativ.

Warum das etwas kurzsichtig gedacht ist, kann man in dem Vortrag aber auch lernen: Verena Bahlsen sagt, dass sie sich freut, dass ihr ein Viertel der Firma gehört, weil sie so Geld verdienen und sich “von den Dividenden Segelyachten kaufen” will (Achtung: Ironie!). Nur denkt sie, dass man das mit “Weltverbessern” und “nachhaltigen Produkten” schaffen kann und nur deshalb interessiert sie das alles überhaupt! Sie versteht nachhaltiges Wirtschaften nicht als Schreckensszenario, sondern als riesige wirtschaftliche Chance, weil immer mehr Konsumenten genau das erwarten werden! Auch das eine Sichtweise, die ich sehr richtig finde, aber von der viele “Management-Profis” noch sehr weit entfernt sind.

Wie weit genau, sieht man, wenn man sich durchliest, was ein “Journalismus-Profi” von einem Qualitätsmedium wie dem Handelsblatt daraus macht — eine platte Gegenrede zu Kevin Kühnert:

Verena Bahlsen gegen Kevin Kühnert: “Ich bin Kapitalistin, das ist toll”

(…) Auch die vier Jahre jüngere Bahlsen gab sich radikal, aber in die umgekehrte Richtung: „Ich bin Kapitalistin. Mir gehört ein Viertel von Bahlsen, das ist toll. Ich will mir ’ne Segel-Yacht kaufen und solche Sachen.“ Und sie legte nach: „Ich wollte früher unbedingt rebellieren und kreative Schriftstellerin werden. Doch dann habe ich gemerkt, was die Wirtschaft für ein Hammer-Vehikel ist.“ (…)

Fazit im Handelsblatt: Kevin Kühnert findet Sozialismus toll, Verena Bahlsen Kapitalismus, weil sie sich so Segelyacht(en) kaufen kann (den Plural aus der wörtlichen Rede, der die Ironie deutlicher macht, nutzt der Autor im Zitat(!) bewusst nicht). Wie schön einfach schwarz-weiss die Welt doch da plötzlich ist und in den Kommentaren unter dem Artikel wird schnell deutlich, dass diese Sichtweise nur zu gern aufgegriffen wird.

Aus Sicht des Autors eine runde Geschichte — nur leider vermittelt sie einen Eindruck, der die Aussagen des Vortrags in das exakte Gegenteil verfälscht. Und die Probleme, die darin benannt werden, bekommt man so nicht gelöst. Von daher ein schönes Beispiel dafür, dass man vieles vielleicht doch nicht den “Profis” überlassen sollte… #SoSad. 🤦‍♂️


Update - 20. Mai 2019:

Den Text oben hatte ich kurz nach dem Vortrag geschrieben, ohne zu ahnen, was danach passieren sollte. Der Artikel im Handelsblatt löste eine recht grosse Kontroverse aus, nach dem Fans von Kevin Kühnert, die aufgrund des Artikels einen falschen Eindruck vom Vortrag bekommen hatten, Verena Bahlsen per Twitter vorhielten, sie würde sich ihre Yacht mit einem Erbe kaufen wollen, das auch von Weltkriegs-Zwangsarbeitern erwirtschaftet wurde. Dieses Thema griff dann die Bild auf und das daraus folgende Medienecho habe ich im folgenden mal ein wenig aufbereitet:


Coooole, neues Smartphones? Kannste knicken! 🤣

Faltbare Smartphones sind angeblich der Megatrend 2019…!? Und Apple schaut jetzt ganz arm aus, weil man das iPhone nicht knicken kann…!? Nicht Euer Ernst! Obamas spontane Reaktion, als er die Knickphones zum ersten Mal sah, sagt alles:

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Die Mischung aus einem klobigen Handy und einem Tablet mit komischer Screengrösse ist (in der aktuellen Form zumindest) die sinnvollste Erfindung seit ein Unternehmen versucht hat, Zahnpasta und Toilettenreiniger zu kombinieren — weil es so irre praktisch ist, denn beides sollte ja in jedem Bad vorhanden sein. Aus unerfindlichen Gründen sahen das die Kunden anders... 🤣

Aber für eines sind faltbare Smartphones durchaus zu gebrauchen: als klares Zeichen für die aktuelle Innovationsschwäche von Apple!!!

Solange sich Apple Jahr ein, Jahr aus zuverlässig coole Features einfallen lies, hatten die Wettbewerber klare Vorgaben, die sie kopieren konnten. Seit das nicht mehr der Fall ist, müssen sich Samsung & Co. selbst was einfallen lassen und herauskommen Dinge, die man macht, weil man sie machen kann — nicht weil sie jemand haben will. Schade eigentlich. Sicher, man kann darauf prima Spiele spielen — aber für 2.000+ Euro? Megatrend geht anders. Fürs erste werden faltbare Smartphones primär genutzt, damit ihre Besitzer zeigen können, dass sie sich sowas leisten können und die, denen man sie zeigt, werden sich ihren Teil dabei denken.

Btw, was ist eigentlich aus Google Glasses geworden….? 🤓

Ein Vorschlag für Marken, die Purpose & Woke für das nächste dicke Ding halten…

Gestern habe ich zufällig am Bahnhof die neue Ausgabe der brand einsgesehen: unter der Überschrift WIR SIND DIE GUTEN geht es diesen Monat um “Firmen, bei denen es zum guten Ton gehört die Welt zu retten”.

Klingt ja eigentlich nach spannenden Firmen. Nur läuft das Ganze unter dem Schwerpunkt Marketing und das Editorial mit dem Titel: “Gutfirmentum”. beginnt mit dem Beispiel Krombacher…!?

Irgendwie kommt da die Vermutung auf, es geht nicht wirklich um Firmen, die die Welt retten wollen, sondern eher um solche, die mit auf die Sau wollen, die gerade durchs globale Marketing-Dorf getrieben wird: wer heute ganz vorn dabei sein will, betreibt bewusstes „Virtue Signaling“, begreift „#WOKE as a Strategy“ oder probiert irgendwas mit „Purpose“. Millenials lieben Purpose! Kurz: man tut etwas Gutes (irgendetwas!) und spricht dann darüber — lang und ausführlich, mit ganz viel Reach!

Was durchaus gut in die Zeit passt, endet in der Praxis oft als #LipstickOnAPig💄 🐷. Doch wer glaubt in diesen zynischen Zeiten noch an sowas? Könnte man bevor man so tut, als wenn man die “Welt” retten will, nicht erstmal mit etwas Kleinem anfangen — z.B. mit der eigenen Marke und…

  • … Kunden wirklich(!) ernst nehmen, spannende Produkte bauen, sie mit sinnvollen (digitalen?) Services verbinden, die auch funktionieren und das dann zu einem angemessenen Preis anbieten.

  • Dabei Mitarbeiter, Kunden & Partner fair behandeln, die Umwelt nicht zu sehr stressen und stolz darauf sein, dass man Steuern zahlt, statt sie zu vermeiden.

Das alles dann noch glaubwürdig kommunizieren und schon hat man eine schöne, nachhaltige Strategie für die heutige Zeit: #purpose, #woke — alles drin. Allerdings nur, wenn man es ernst meint und gut macht!

Viele Firmen, gerade im Mittelstand, tun ja auch genau das. Aber für viele grosse Unternehmen erscheint das alles total unrealistisch. Warum? Weil die eigenen Produkte nun mal langweilig sind! Oder der Service nicht in der eigenen Kostenstelle, sondern im Silo gegenüber ist! Überhaupt hat man gerade ganz andere Baustellen, als Produkte & Kunden!

Dann bleibt nur Plan B: 💄🐷 — einfach mit einem Schuss Agile & New Work den Purpose sauber skalieren: Coole Scrum Sessions, kostenfreie Kaffeespezialitäten für alle (wichtig: auf Transfair achten!), einen Kicker für die Entwickler und eine Tombola fürs Tierheim! Dann noch ein Briefing an die Agentur mit der Leitidee “Diversity”! Fertig! Den Rest erledigen die gebuchten Influencer…

Nur genau diese Form von “Haltung zeigen” und Purpose-Gedöns kann man sich getrost sparen. Denn was von der ursprünglichen Idee übrig bleibt, ist nur eine Fassade und die wird heutzutage bestenfalls ignoriert. Wenn es schlecht läuft, beschädigt man die eigene Glaubwürdigkeit. Wer hier wirklich ernst genommen werden möchte, startet alle Überlegungen bei den eigenen Produkten und Kunden — dann ergibt sich der Rest von ganz allein.

Und für wen das keine Option ist, der macht besser gleich das mit den Fähnchen... 😉

Enjoy your Netflix while it lasts, because the Future of Streaming Video is coming…

Photo by  Jens Kreuter  on  Unsplash

Just read an interesting interview with Disney´s CEO Bob Iger. Interesting because of what he is NOT talking about: fantasy, imagination or customers.

He does talk a lot about the consumer! Direct-to-consumer, to be precise, because their new streaming service is the next big thing: cutting out Netflix (and its probably superior UX with it) and force people to pay directly to Disney if they want to see the new Star Wars TV series. Sorry, dear customer, but "It’s all about return on invested capital!"

Btw, why isn’t this called Direct-from-Consumer…? 🤔

Anyway, 2019 will be a great year for Disney, because of the next Avengers, Toy Story 4, Frozen 2. And don't forget: Star Wars IX!. Last year wasn’t bad either:

"We’re going to hit $7 billion [in 2018] as a studio [in] global box office."

Wow! And don't get him started on Avatar 2,3,4,5 and 6!!

"I’ll call it growth or evolution of core characters and introduction of some new ones. It didn’t do $2.6 billion worldwide by accident. There’s something there."

I am sure there is. But I am not sure whether I like it...!?

These are the executives who are building the future of streaming video for us, scaling an imaginary ROIC in the process, until every studio has its own little Netflix clone and we all will have to cough up $10 per months for every single one: you want Star Trek AND Star Wars…? Then pay up…

Have fun... Bob will... 💸😈

Bücher, Tipps & Links rund um das Thema “China verstehen“

Nachdem ich jahrelang in die USA "gepilgert" bin, wenn ich mal einen Blick in die Zukunft werfen wollte, geht es nächste Woche mit dem Inside China Summit von dgroup & Accenture zum ersten Mal nach China. Bin schon sehr gespannt auf ein Land, das in der Zeitspanne, die wir brauchen um ein überschaubares, 30 Jahre altes ICE-Netz zu erneuern, zehntausende Kilometer Highspeed-Rail-Netzwerk aus dem Boden stampft... sich die Technologie dafür "zusammenklaut" und dann daraus Züge baut, die doppelt so schnell fahren, wie bei uns... und das sogar mit funktionierenden Toiletten!! Irre!!!

#1 Land verstehen.

Um mich auf die Reise vorzubereiten habe ich nach interessanten Büchern gesucht und dabei ein recht neues gefunden, das den etwas öden Titel "Die Chinesen" trägt und ein mindestens ebenso langweiliges Cover hat.

Davon sollte man sich aber nicht täuschen lassen: auf den rund 400 Seiten erfährt man zwar nichts zu AI, Blockchains oder Quantencomputer - dafür aber sehr viel zu KonfuzianismusDaoismusLegalismus und all die historischen & philosophischen Grundlagen, die man kennen sollte, um die Hintergründe in China verstehen zu können. Auch wenn die Themen etwas trocken klingen, ist es recht kurzweilig geschrieben - man kommt schnell durch und lernt eine Menge!

#2 Sprache verstehen.

Irre ist in China auch die Sprache! Um eine Zeitung lesen zu können muss man mindestens 8.000 Schriftzeichen auswendig lernen und chinesische Wörter bestehen aus nur 1 bis 3 Silben, die man aber jeweils auf 4 verschiedenen Weisen aussprechen kann - womit sich die Bedeutung jedes Mal komplett ändert: das Wort "ma" kann so je nach Aussprache z.B. Pferd, Nummer, fluchen oder Mutter heissen. 🤯

Das wirklich zu lernen dauert etwas länger, aber Aufbau und Struktur, sowie ein paar Grundlagen der chinesischen Sprache verstehen, geht deutlich schneller - z.B. mit einem Hörbuch vom SWR.

In etwa 70 Lektionen, die jeweils nur 2-3 Minuten dauern, unterhalten sich eine chinesische Lehrerin und ein Sprachwissenschaftler mit jemandem der keine Ahnung hat über das Thema "Sprache in China" und bringen ihm so einiges bei - mir praktischerweise auch. In rund 4 Stunden kann man damit ganz nebenbei ein paar Grundlagen aufnehmen.

#3 Unternehmen verstehen.

Den letzten Buchtipp verdanke ich Harald Fortmann: er hatte mich im Juni zu einer Veranstaltung mit Wolfgang Hirn (Reporter, Buchautor und China-Experte) eingeladen und der hatte praktischerweise sein neuestes Buch dabei.

In den sechs Kapiteln von Chinas Bosse erfährt man sowohl Grundlegendes zur chinesischen Wirtschaft, als auch viele interessante Details zu zahlreichen Unternehmen aus den verschiedensten Branchen - inklusive biografischer Anekdoten zu den Gründern und Managern dieser Firmen.

Auch ganz interessant.

Neben diesen drei Büchern habe ich mir auch "The One Hour China Book: Two Peking University Professors Explain All of China Business in Six Short Stories" und "Business-Kultur in China: China-Expertise in Werten, Kultur und Kommunikation" angeschaut.

Ausserdem hatte mir Wolfgang Hirn noch den täglichen "Sinocism China Newsletter" von Bill Bishop empfohlen, von dem es auch eine kostenfreie, wöchentliche Variante von Axios gibt.

Auf Twitter habe ich mir dann noch eine Liste mit interessanten Twitter-Accounts von China-Experten gebaut über die man sich ganz gut über Aktuelles auf dem Laufenden halten kann.

Damit fühle ich mich schon mal recht gut vorbereitet. Aber falls jemand noch andere Tipps, Links oder Bücher hat, die man kennen sollte, würde ich mich über einen Hinweis in den Kommentaren sehr freuen!

Bis dahin sage ich jetzt einfach mal 我期待着在中国激动人心的时刻!🇨🇳 👍 😉

Update Dezember 2018 - Inzwischen habe ich noch zwei sehr aktuelle Bücher gefunden, die man sich auch mal anschauen sollte:

Volkswagen vs. Tesla ?

"Wir werden 2020 kommen mit Fahrzeugen, die alles können wie Tesla und um die Hälfte billiger sind" - sagt Herbert Diess bei "Maybrit Illner" im ZDF. Klingt nach totaler Selbstüberschätzung, aber ist, - wie das Manager Magazin rausfindet - gar nicht weit weg von der Realität..

Etwas reichweitenärmer und geringfügig lahmer wird die Basisversion des Neo also im Vergleich zu Teslas Model 3 ausfallen - sie dürfte aber tatsächlich um mindestens 10.000 Euro weniger kosten als die Einstiegsvariante der Kalifornier. VWs künftige Elektroautos dürften punkto Reichweite und Leistungsdaten tatsächlich in der Tesla-Liga mitspielen, bei merklich günstigeren Preisen. Die gleiche Leistung fürs halbe Geld - diese Aussage von Diess stimmt zwar nicht ganz, aber die Wolfsburger kommen wohl in die Nähe.

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….zumindest der Realität in 2018. Nur wo steht Tesla in 2 Jahren?

Als jemand, der aktuell einen e-Golf (sehr coole Hardware) und Volkswagen Car-Net (sehr langweilige Software) täglich ausprobiert, würde ich mal sagen: Autos bauen kann VW, beim Rest wird man noch sehr, sehr viel dazu lernen müssen.

Car-Net ist aktuell nicht mehr als ein paar sehr dünne, eigentlich selbstverständliche Funktionen verpackt in einem User-Interface, welches sich nur Techniker ausdenken können, die noch nie einen Kunden alias User aus der Nähe gesehen haben. Dafür Geld von jemandem nehmen zu wollen, der schon einen Premium-Preis für sein Automobil gezahlt hat, ist irgendwas zwischen peinlich und frech. Und hat hoffentlich absolut gar nichts mit dem zu tun, was für den I.D. Neo geplant ist…!?

Wie sich hier das Denken erstmal grundsätzlich ändert muss beschreibt Carsten Breitfeld - CEO des chinesischen E-Mobility Startup Byton - sehr schön in seinem Interview für t3n:

Ein Automobilunternehmen geht davon aus, dass ein Auto fertig ist, wenn es ausgeliefert wird. Und bevor es fertig ist, müssen Software und digitale Inhalte zwei Jahre vorher stehen. Das heißt, wenn ich damit auf dem Markt bin, ist es alt. Die Innovationszyklen bei Software verlaufen in Wochen, nicht in Jahren. Das heißt, dass die Branche ein völlig anderes Modell adaptieren muss. Jedes ausgelieferte Produkt ist immer nur ein „Snapshot“ – und sobald der Kunde das Produkt bekommt, wird er als allerstes den Update-Button drücken und die aktuelle Software herunterladen. Und dann wird er regelmäßige Updates bekommen, auch wenn die Hardware-Basis gleichbleibt. Das ist weniger ein technisches Problem als ein Mindset-Problem. Ein Unternehmen zu bauen, das dieses Mindset hat, kommt eher aus der Ecke Consumer-Elektronik als aus der Autoecke.

So lange Herbert Diess nicht davon spricht, dass er bald weniger in der Automobilindustrie und mehr im Gadget-Business tätig ist, geht es mir wie dem guten alten Faust:

Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.

Short-term profit taking vs long-term brand building.

While hurricane Irma is closing in on Florida some see a great business opportunity: suddenly flights out of Florida are in high demand - perfect for price hikes and short term yield management.

JetBlue on the other side is just doing the right thing - and the same time some nice long-term brand building. 

Chatbots do look cool - but won't solve the biggest Problem Brands face when „chatting“ with Consumers.

A couple of years ago, a brand page on Facebook was supposed to be THE place for customer dialogue. Back then wall-postings by the brand and their fans were on an equal footing - hence: the Golden Age of Facebook shitstorms! Lots of fun for consumers, but bad for business (at times).

Then Facebook discovered their business model (sell brands the reach to their fans) and suddenly dialogue was relegated to the sidebar; down below where nobody will see it - hence: no more shitstorms, but shitloads of money from brands and their media agencies. Much better for Facebook and the brands, but no so much for a customer with a problem.

Fast forward to 2016. This year is supposed to be the year of something called „Conversational Commerce“ (short: #ConvComm) with a re-newed focus on starting a real dialogue with the customer - but this time no longer public and shitstorm-prone! Instead the conversations will (perhaps? probably?) move to chat services like WhatsApp or Facebook Messenger. And another big shift will support this - the shift from apps to bots

In theory a customer with a problem doesn’t care if a human being or a bot is on the other side of a conversation - as long as the problem gets solved. So with chat bots on the rise real 1-1 dialogue becomes economically viable for brands and a great option for the customer at the same time - win win (hopefully with a little bit of human assistance, if needed).

Sounds a bit like Science Fiction, doesn' it?

But as a matter of fact, it's already reality! KLM now started to use Facebook Messenger for customer support and it looks quite promising: 

This is one that I've been personally eager to solve for a while. Removing stress, and complication from air travel. I'm...

Posted by David Marcus on Wednesday, March 30, 2016
Receive your booking details via Messenger

Use Messenger to get on board. All your travel info in one place.

Posted by KLM on Wednesday, March 30, 2016

So far, so good. But still: the real issues with customer dialogue usually aren’t technical in nature. Very often companies just try to deflect customer complaints because there are no processes to really solve them or a real solution is just deemed to be too expensive.

And with this bots won’t be able to help. Brands have to get serious about really becoming customer-centric first!

If the dialogue in Messengers is seen as just another (hopefully more cost-effective) way to talk TO a customer, instead of WITH him, those shiny new chatbots will start handing out useless links to dead-end feedback forms pretty quickly — as their human predecessors have done for “ages”…!?

For more interesting cases of Conversational Commerce check out Chris Messina’s #ConvComm page on Product Hunt.