BuzzRank Curator gestartet

Gestern haben wir bei BuzzRank ein kleines Nebenprojekt gestartet: den BuzzRank Curator.

Der Curator soll helfen interessante & spannende Inhalte im Social Web - z.B. Artikel, Blogpostings, Fotos oder Videos - zu entdecken.

Dazu haben wir ein Panel mit etwa 700 Mitgliedern zusammengestellt, aus deren Tweets die Links extrahiert und für jede verlinkte Webseite der aktuelle BuzzRank ermittelt wird. So entsteht ein Fluss von aktuell im Social Web viel diskutierten Themen & Inhalten. Je wichtiger eine Meldung zum jeweiligen Zeitpunkt (je höher also der BuzzRank ist), desto weiter oben erscheint sie. Im Zeitverlauf nimmt der BuzzRank wieder ab, die Nachricht wandert nach unten und neue News erscheinen.

Insgesamt ist der BuzzRank Curator noch in einer sehr frühen Testphase. Deshalb experimentieren wir z.B. mit Größe und Zusammensetzung des Panels noch sehr rum. Die Auswahl der Teilnehmer erfolgt auf der Basis der Erfahrungen aus rund einem Jahr Betrieb von BuzzRank, da wir darüber recht gut sehen können, wer welche Themen treibt. Inhaltlich liegt der Schwerpunkt schon auf Medien, Design, Trends, Startups und Social. Aber unser Ziel ist es immer wieder Raum für Überraschungen und den Blick über den Tellerrand zu bieten. Schliesslich wollen wir ja gerade auch für uns selbst darüber spannende neue Inhalte entdecken. Wer genau in dem Curator Panel ist, machen wir zur Zeit nicht öffentlich, weil an der Zusammensetzung ja noch gearbeitet wird. Aber man kann unter jedem Beitrag sehen, wer von den aktuellen Panel-Teilnehmern über ein bestimmtes Thema geschrieben hat. Wenn wir aus der Testphase raus sind, werden wir vermutlich die Liste der Teilnehmer offenlegen.

Neben dem Panel ist die zweite Variable des Curators der Algorithmus zur Ermittlung des BuzzRank. Auch dieser ist aktuell noch in einer sehr frühen Testphase und berücksichtigt erst eine überschaubare Menge an Quellen und Faktoren. Mit dem BuzzRank Curator wollen wir ihn kontinuierlich weiterentwickeln und justieren. Ziel ist es, eine sinnvolle Messgröße für die Relevanz von Inhalten im Social Web zu erhalten, die wir dann unseren Kunden in den Monitoring & Reporting Produkten von Buzzrank zur Verfügung stellen können.

Bild, BamS, Glotze jetzt auch als App! Wer braucht da noch HTTP?

Nun ist raus, das iPad 2! Und Apple hat bei der Vorstellung gleich mal klar gestellt in was für einer Ära wir jetzt leben: der Post-PC-Arä. Windows, Office und der ganze andere unhandliche Computer-Krams können bald dahin gehen, wo Disketten und CD-ROMs schon lange sind. Die Zukunft gehört kleinen schicken iPods & iPads. Für diese schöne neue Zeit hat Apple auch gleich noch etwas anderes erfunden: Apps, formerly known as Software! Inzwischen gibt es hunderttausende dieser sehr kleinen, meistens auf eine sehr spezifische Aufgabe spezialisierten Mini-Programme. Ein absoluter Boom: allein in Apples App Store wurden sie inzwischen über 10.000.000.000 mal heruntergeladen.

Doch es gibt nicht wenige, die glauben, dass es mit diesem Boom bald vorbei sein dürfte. Warum? Weil browserbasierte Programme – also kleine Applikationen, die in Firefox, Chrome oder Safari laufen – sie ersetzen sollen. Denn anders als „echte“ Apps müssen sie nicht erst an eine zentrale App Store Zensurbehörde zur Freigabe geschickt werden, sondern können einfach so im Netz angeboten und aufgerufen werden. Das einzige was man dafür braucht, ist ein freies Internet!

Aber genau hier könnte es ein Problem geben: was, wenn das Internet von morgen nicht mehr so frei ist, wie das von heute? Kann nicht sein? Vielleicht doch! Denn zur Zeit wird das freie Internet gleich von drei Seiten mächtig in die Ecke gedrängt:

  1. Große Medienkonzerne wollen endlich richtig Geld im Netz verdienen und stellen immer wieder fest, dass das mit einem offenen Internet einfach nicht so richtig funktioniert. Denn da kann jeder machen, was er will. In solchen Systemen tanzen einem ständig kleine, schnelle Wettbewerber auf der Nase rum und sorgen dafür, dass die Margen überschaubar bleiben. Seien wir ehrlich: großen Konzernen macht so ein offenes Internet einfach keinen Spaß!

  2. Gleichzeitig arbeiten sich die Netzbetreiber langsam aber sicher an die Abschaffung der Netzneutralität heran – Motto: steter Tropfen höhlt den Stein. Beim mobilen Internet ist heute schon vieles nicht mehr so wirklich neutral und im Festnetz wird sich die Netzneutralität nur dann halten können, wenn diese von klugen, visionären Politikern entschieden verteidigt wird. Nur wo sollen die auf einmal herkommen?

  3. Und damit sind wir auch schon bei der letzten Gruppe: dem starken Staat. Dem war das “offene Internet”, wo alle anonym unterwegs sind und sich einer wohlmeinenden staatlichen Kontrolle weitgehend entziehen, nie so richtig geheuer.

Alle drei könnten sich vermutlich recht schnell mit dem Gedanken anfreunden das iTunes / App-Store Modell als Blaupause für ein “neues Internet” zu nehmen, welches nach und nach das alte ablöst: ein Internet in dem man jederzeit für alles kassieren kann (gern auch mal doppelt), in dem unliebsame neue Wettbewerber plötzlich Hürden vorfinden, die ihnen den Spass an neuen Ideen schnell verleiden und in dem man den Konsumenten (a.k.a. der Bürger) allumfassend im Blick behält, weil er überall & ständig gezwungen ist seinen „ePerso“ vorzuzeigen. Für so ein Internet sind Apps perfekt und Browser nur noch Ballast! Freie Webseiten würde es in diesem Internet kaum noch geben.

Immer noch totaler Unsinn? Vollkommen unrealistisch? Nicht, wenn folgendes Szenario Realität wird: Nehmen wir an in ein paar Jahren wird es wirklich ernst mit der Post-PC-Ära und die Masse der Mainstream-Nutzer ist nicht mehr mit dem Heim-PC zu Hause online, sondern mit Tablets a la iPad. Warum sollte es dann nicht neue, passende Internet-Tarife dazu geben? Tarife bei denen man deutlich weniger zahlt, wenn man nur noch über Apps das Internet nutzt und zusätzlich spart, wenn die Apps nur vom eigenen Netzbetreiber kommen. Viele werden feststellen, dass Ihnen so ein App-Netz vollkommen reicht. Warum mehr für diese komischen Browser-Seiten zahlen, wenn man über die Apps viel billiger an BILD, Bunte & DSDS kommt…!?

Ist das erstmal gelernt, werden die großen Medienkonzerne nach und nach die Inhalte auf freien Webseiten zurückschrauben. Schnelle, kleine Startups könnten theoretisch die so entstehenden Lücken schliessen – wenn da nicht die Netzzugangsgebühren wären, die Inhalteanbieter an die Betreiber des neuen Internets zu zahlen haben, sowie die Kosten für die Telemedien-Lizenz, mit der der Staat sicherstellt, dass seine Bürger sicher vor bedenklichen Inhalten sind. Für etablierte Unternehmen alles kein Problem, aber für den eben gegründeten neuen Youtube-Konkurrenten tödlich. Der könnte seine Dienste zwar weiter über freie Webseiten anbieten. Aber wer nutzt die noch? Wer ist noch bereit so ein Startup zu finanzieren? Und irgendwann ist der Browser dann reif fürs Museum – ein Relikt aus der Zeit, als das Internet noch total kompliziert und unsicher war.

Zugegeben, im Moment scheint das alles nicht mehr als ein böser Alptraum zu sein. Aber wer glaubt, dass die Entwicklung zwangsläufig darauf hinausläuft, dass das Internet so frei und offen bleibt, wie wir es bisher kennen, der sollte vielleicht beim nächsten App-Download mal darüber nachdenken, ob die Post-PC-Ära nicht doch sehr schnell auch zu einer Post-free-Internet-Ära werden kann…

(erschienen als Gastbeitrag im Webciety Weblog)

Old Media vs. the Google

This week, I stumbled across two great remarks from two bright heads concerning the „Google earns gazillions while Big Media’s Murdochs & Burdas are left with lousy pennies“ (pseudo-) controversy. The first one comes from Seth Godin, who thinks Rupert Murdoch has it backwards:
You don't charge the search engines to send people to articles on your site, you pay them. If you can't make money from attention, you should do something else for a living. Charging money for attention gets you neither money nor attention.
The other one from Umair Haque. For him "blocking Google is about as smart as eating a pound of plutonium":
The problem isn't that Google's being an evil monopolist. It's that you used to be evil monopolists, and failed to invest in the quality of production. Today, you're faced with the same dilemma every fading monopolist is. What do we do now that we suck? The answer's really, really, really simple. Stop sucking. But you're trying to create artificial scarcity instead. That might have worked in the 20th century - but it's a suicide bomb in the 21st. (...)
More from Umair Haque on why Big Media's Anti-Google counter-revolution will fail. Also interesting: an article from Markus Beckedahl on Carta.info: Warum die Verleger zum Internet einfach schweigen sollten (German only)
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Immer schön objektiv bleiben.

Langsam, aber stetig verändert das Universalmedium Internet immer mehr Bereiche der Gesellschaft - von Medien, über die Kultur bis hin (runter?) zur Politik. Was das konkret bedeutet, konnte man z.B. unlängst im Clay Shirky Interview beim Elektrischen Reporter bestaunen. Inzwischen scheinen sogar eher klassisch geprägte Print-Medien - wie das Manager Magazin - zu ahnen, dass dies alles nicht nur Themen für ein paar pickelige stubenhockende Tech-Nerds sein könnten... dachte ich jedenfalls, als ich gerade diese Überschrift eines Artikels dort sah... WEB 2.0 - Millionen Deutsche machen mit. Es geht um eine aktuelle Bitkom-Studie, die zeigt, dass selbst in Deutschland immer mehr Online-Dienste es schaffen "Millionen" von Leuten zu interessieren. Eigentlich ganz interessante Zahlen, aber kein Grund in das allgemeine Web 2.0 Hosianna ein zu stimmen, dachte man sich wohl beim Manager Magazin. Schließlich ist keine Zahl so gut, dass man ihr nicht doch noch einen negativen Spin mit auf den Weg geben kann. Und so leitete man den Artikel mit folgenden Worten ein...
Datendiebstahl hin, Werbemails her - trotz spektakulärer Fälle von Datenmissbrauch stellen laut einer Studie Millionen Deutsche persönliche Informationen ins Internet. Die Ergebnisse zeigen auch, dass die E-Mail für viele junge Bundesbürger schon wieder out ist.
Immer wieder schön zu sehen, wie der Qualitätsjournalismus ganz objektiv seine Leser informiert und sich damit klar von chronisch-subjektiven Schmierereien in Weblogs abhebt...!?
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Wikio auf dem Wordcamp08

Ein aktueller Kunde von mir, der dieses Wochenende auch auf dem Hamburger Wordcamp dabei sein wird, ist Wikio - ein Startup aus Frankreich, dessen Service laufend neue Meldungen aus Blogs und klassischen Medien einliest, automatisch mit Tags versieht und dann seinen Usern zur Verfügung stellt. Diese können mit Wikio u.a. aktuelle Blogpostings und Nachrichten zu einem bestimmten Thema zu verfolgen - z.B. alle die Hamburg betreffen. Daneben gibt es auch die Möglichkeit Meldungen zu kommentieren, ein Voting-System ähnlich Digg.com und vieles mehr. Wen's interessiert, sollte einfach mal reinschauen. Ein spezielles Feature für Blogger auf Wikio sind landesspezifische Blog-Charts: dort werden alle bei Wikio erfassten Blogs (für Deutschland z.Z. etwas über 15.000) nach der Anzahl der Incoming-Links in den letzten 120 Tagen gerankt; wofür nur Links aus Postings, nicht aus Blogrolls etc. gezählt werden. Eine Redaktion sorgt ausserdem dafür, dass die Rankings von Spam-Blogs verschont werden. Wie mir die Wikio-Leute erzählt haben, werden die Wikio-Rankings in anderen Ländern - z.B. in Frankreich oder Italien - schon von vielen Bloggern akzeptiert und genutzt. In Deutschland ist das bisher noch nicht der Fall. Das liegt sicher auch daran, dass das Thema Blog-Ranking bei uns gern etwas emotionaler gesehen wird und es beim Start von Wikio.de auch das ein oder andere Missverständnis gab. Nichtsdestotrotz möchte Wikio dieses Jahr einen zweiten Anlauf unternehmen und würden dafür gern erstmal von deutschen Bloggern hören, was sie von Wikio halten, wie sind die Rankings finden und was man daran verbessern sollte. Auf dem Workcamp wird es dafür eine eigene Session geben, auf der Marc und Tea von Wikio die neue Version vorstellen werden, die nächsten Monat online gehen soll. Wer nicht dabei sein kann, aber trotzdem eine Meinung zu Wikio los werden möchte, kann dies gern per Email tun: feedback@wikio.de
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Die Nachrichten fressen ihre Mutter

Gestern Abend hatte ich das zweifelhafte Vergnügen investigativen Fernsehjournalismus auf Weltniveau miterleben zu dürfen: Eva Herman zu Gast bei Johannes B. Kerner. Ganz grosses Tennis - ganz grosse Einschaltquoten! Normalerweise schaue ich JBK nicht (von Ausnahmen abgesehen). Ich zahle nur dafür. Aber bei der liebevoll arrangierten Vorberichterstattung, die den ganzen Abend auf mich einhämmerte, fiel es mir schwer nicht einzuschalten. So sass ich also in der ersten Reihe, als das absurde Theater seinen Vorhang lüftete und blieb bis der Gaststar unter mühsamem Applaus die Bühne verliess. Warum ich das, was dazwischen passierte als ziemlich absurd empfand, erklärt der Medienblogger recht treffend:
(...) Was im ZDF an diesem Abend geschieht ist seltsam. Denn der Punkt, und das wird auch am Anfang durch ein entsprechendes Tondokument klar gemacht, ist der folgende: Eva Herman hat (anders in den Medien und auch auf diesem Weblog berichtet) nicht die Familienpolitik der Nazis gelobt: Im Gegenteil, (...) Was sie gesagt hatte, war nichts anderes als folgendes: Zuerst haben die Nazis das Familienbild missbraucht und damit entwertet, was dazu führte, dass auch die 68er sich mit den Werten vor dem Nationalsozialismus nicht mehr identifizieren konnten und wollten und das klassiche Familienbild ablehnten. Das geht eigentlich unmissverstädnlich aus dem Originalzitat von Eva Herman hervor. (...)
Nun bin ich sicher kein Fan von Eva Herman und die arrogante, ungeschickte Art und Weise, mit der sie sich in der Sendung um Kopf und Kragen redete (Hat jemand “Autobahn” gesagt?), war sicher wenig hilfreich. Aber trotzdem darf man sich schon wundern, was es da gestern zu sehen gab: Man unterstellte gleich zu Beginn etwas, was man kurz darauf mit Hilfe der Originalquelle widerlegte, ignorierte dies dann aber völlig und ging für den Rest der Diskussion einfach weiter von der falschen Unterstellung vom Anfang aus...!? Zusätzlich setzte man die gute Eva in eine Runde von Leuten, deren starke Seite sicherlich nicht die ruhige Reflexion von Fakten ist. Und zack: plötzlich sitzt der staunende Zuschauer vor einer Art Jerry Springer Show für Nichtarbeitslose... Gebührenfinanziertes Fernsehen vom Feinsten! Aber damit des Absurden nicht genug: unterstellen wir mal, dass das Ganze auf Hermans Seite keine reine “Promotionprovokation” war. Ist sie dann etwa tatsächlich so erschrocken darüber, dass die deutschen Medien von BILD bis TAZ - sozusagen wie gleichgeschaltet (ups) - statt einer ruhigen Faktenanalyse sich lieber über falsche Unterstellungen hermachen, weil das viel unterhaltsamer ist? Kann sie wirklich so naiv sein? Dass einer wie z.B. damals Florian Gerster - die Älteren werden sich erinnern - erstaunt ist, wenn plötzlich die Presse zur Meute wird, kann ich noch verstehen. Aber wenn jemand, der jahrelang in der Tagesschau "Zettel" wie diesen hier vorgelesen hat, jetzt auf einmal beklagt, dass nicht immer stimmt, was da drauf steht, dann treibt das die Absurditäten irgendwie echt auf die Spitze. Ich mein, auch wenn es traurig ist, aber that's what we call the News, right?

Dazu passend: Stefan Niggemeier - Der letzte Auftritt von Eva Herman.

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It's Bum-Rush-the-Charts Day!!

I just payed a visit to the iTunes Store and bought the song Mine Again from the US rock band Black Lab through this Affiliate Link. If you want to know why and why I want you to do the same TODAY (March 22nd 2007, not tomorrow!!), just watch this short video:

The organizers want to make a statement to the sleepy music industry. They want to show them what happens when a few geeky podcasters & bloggers ask their tiny little group of listeners & readers to buy a song from a band, which was recently dropped by two major record labels - Geffen and Sony/Epic (Additional info as PDF). So basically the idea is to "strike fear into the hearts of the music industry and make an independent music artist #1 on iTunes." Great idea, don't you think? If you want to help with this little experiment, just click here. Thanks!

Btw, just in case you wonder: proceeds from todays sales go to a scholarship fund...
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DMMK: Is T-Home and Viiv really so boring ?

New concepts for home entertainment is another big subject at DMMK. Intel presents the Viiv platform, Deutsche Telekom their T-Home product (funny side note: try to find the T-Home product pages using T-Online's own Google-powered search engine... good luck... you'll need it...). To be honest, I heard nothing new. Triple play rulez. Okay, perhaps. But I was already told... back in the Nineties when it was still called "Interactive Television"... I have only one question: how is it possible to talk about new trends in such an exciting area in such a boring, uninspiring way ? It really puzzles me... Just another reason why there never will be an iPod killer - unless Apple comes up with one... Technorati Tags: , , ,
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