Bild, BamS, Glotze jetzt auch als App! Wer braucht da noch HTTP?

Nun ist raus, das iPad 2! Und Apple hat bei der Vorstellung gleich mal klar gestellt in was für einer Ära wir jetzt leben: der Post-PC-Arä. Windows, Office und der ganze andere unhandliche Computer-Krams können bald dahin gehen, wo Disketten und CD-ROMs schon lange sind. Die Zukunft gehört kleinen schicken iPods & iPads. Für diese schöne neue Zeit hat Apple auch gleich noch etwas anderes erfunden: Apps, formerly known as Software! Inzwischen gibt es hunderttausende dieser sehr kleinen, meistens auf eine sehr spezifische Aufgabe spezialisierten Mini-Programme. Ein absoluter Boom: allein in Apples App Store wurden sie inzwischen über 10.000.000.000 mal heruntergeladen.

Doch es gibt nicht wenige, die glauben, dass es mit diesem Boom bald vorbei sein dürfte. Warum? Weil browserbasierte Programme – also kleine Applikationen, die in Firefox, Chrome oder Safari laufen – sie ersetzen sollen. Denn anders als „echte“ Apps müssen sie nicht erst an eine zentrale App Store Zensurbehörde zur Freigabe geschickt werden, sondern können einfach so im Netz angeboten und aufgerufen werden. Das einzige was man dafür braucht, ist ein freies Internet!

Aber genau hier könnte es ein Problem geben: was, wenn das Internet von morgen nicht mehr so frei ist, wie das von heute? Kann nicht sein? Vielleicht doch! Denn zur Zeit wird das freie Internet gleich von drei Seiten mächtig in die Ecke gedrängt:

  1. Große Medienkonzerne wollen endlich richtig Geld im Netz verdienen und stellen immer wieder fest, dass das mit einem offenen Internet einfach nicht so richtig funktioniert. Denn da kann jeder machen, was er will. In solchen Systemen tanzen einem ständig kleine, schnelle Wettbewerber auf der Nase rum und sorgen dafür, dass die Margen überschaubar bleiben. Seien wir ehrlich: großen Konzernen macht so ein offenes Internet einfach keinen Spaß!
  2. Gleichzeitig arbeiten sich die Netzbetreiber langsam aber sicher an die Abschaffung der Netzneutralität heran – Motto: steter Tropfen höhlt den Stein. Beim mobilen Internet ist heute schon vieles nicht mehr so wirklich neutral und im Festnetz wird sich die Netzneutralität nur dann halten können, wenn diese von klugen, visionären Politikern entschieden verteidigt wird. Nur wo sollen die auf einmal herkommen?
  3. Und damit sind wir auch schon bei der letzten Gruppe: dem starken Staat. Dem war das “offene Internet”, wo alle anonym unterwegs sind und sich einer wohlmeinenden staatlichen Kontrolle weitgehend entziehen, nie so richtig geheuer.

Alle drei könnten sich vermutlich recht schnell mit dem Gedanken anfreunden das iTunes / App-Store Modell als Blaupause für ein “neues Internet” zu nehmen, welches nach und nach das alte ablöst: ein Internet in dem man jederzeit für alles kassieren kann (gern auch mal doppelt), in dem unliebsame neue Wettbewerber plötzlich Hürden vorfinden, die ihnen den Spass an neuen Ideen schnell verleiden und in dem man den Konsumenten (a.k.a. der Bürger) allumfassend im Blick behält, weil er überall & ständig gezwungen ist seinen „ePerso“ vorzuzeigen. Für so ein Internet sind Apps perfekt und Browser nur noch Ballast! Freie Webseiten würde es in diesem Internet kaum noch geben.

Immer noch totaler Unsinn? Vollkommen unrealistisch? Nicht, wenn folgendes Szenario Realität wird: Nehmen wir an in ein paar Jahren wird es wirklich ernst mit der Post-PC-Ära und die Masse der Mainstream-Nutzer ist nicht mehr mit dem Heim-PC zu Hause online, sondern mit Tablets a la iPad. Warum sollte es dann nicht neue, passende Internet-Tarife dazu geben? Tarife bei denen man deutlich weniger zahlt, wenn man nur noch über Apps das Internet nutzt und zusätzlich spart, wenn die Apps nur vom eigenen Netzbetreiber kommen. Viele werden feststellen, dass Ihnen so ein App-Netz vollkommen reicht. Warum mehr für diese komischen Browser-Seiten zahlen, wenn man über die Apps viel billiger an BILD, Bunte & DSDS kommt…!?

Ist das erstmal gelernt, werden die großen Medienkonzerne nach und nach die Inhalte auf freien Webseiten zurückschrauben. Schnelle, kleine Startups könnten theoretisch die so entstehenden Lücken schliessen – wenn da nicht die Netzzugangsgebühren wären, die Inhalteanbieter an die Betreiber des neuen Internets zu zahlen haben, sowie die Kosten für die Telemedien-Lizenz, mit der der Staat sicherstellt, dass seine Bürger sicher vor bedenklichen Inhalten sind. Für etablierte Unternehmen alles kein Problem, aber für den eben gegründeten neuen Youtube-Konkurrenten tödlich. Der könnte seine Dienste zwar weiter über freie Webseiten anbieten. Aber wer nutzt die noch? Wer ist noch bereit so ein Startup zu finanzieren? Und irgendwann ist der Browser dann reif fürs Museum – ein Relikt aus der Zeit, als das Internet noch total kompliziert und unsicher war.

Zugegeben, im Moment scheint das alles nicht mehr als ein böser Alptraum zu sein. Aber wer glaubt, dass die Entwicklung zwangsläufig darauf hinausläuft, dass das Internet so frei und offen bleibt, wie wir es bisher kennen, der sollte vielleicht beim nächsten App-Download mal darüber nachdenken, ob die Post-PC-Ära nicht doch sehr schnell auch zu einer Post-free-Internet-Ära werden kann…

(erschienen als Gastbeitrag im Webciety Weblog)

Twitter vs. the News Cycle, #GMAIL #FAIL

I heavily rely on Gmail for all my email communications (I know, I know...) and usually it's extremly reliable and fast. But today it was sluggish and slow the whole morning. Up until a few minutes ago, when Gmail died completely. Because our ISP in the office also has it's issues, I wasn't sure, if it really was a Google problem. So I went over to Twitscoop to see, what is buzzing on Twitter right now and within a second I knew, I wasn't alone... GMAIL FAIL on Tweetscoop Parts of the big Twitter collective realise that something is wrong with a central part of their infrastructure, they start to tweet scream about it online and with a very short timeframe it appears on everyones radar screen... Hey, news cycle - keep up with that! ;-) Btw, Gmail's IMAP and POP servers seems to be up & running, at least occasionally.
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ARD & ZDF denken nicht anders...

Mir ist gerade wieder etwas begegnet, was mir vor ein paar Wochen schon einmal aufgefallen ist. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an den genialen TV Clip zur Think Different Kampagne, mit dem Steve Jobs vor ein paar Jahren den Neuanfang bei Apple einläutete. Kurz zur Auffrischung, ich meine diesen hier: Nun gibt es seit ein paar Monaten eine Gemeinschaftskampagne von ARD und ZDF, die anscheinend den Gebührenzahler irgendwie stolz auf das von ihm finanzierte Zwangs-Pay-TV machen will - Motto: "Ihr gutes öffentliches Recht". Entwickelt hat die Kampagne Ogilvy in Frankfurt und Thomas Grimm, Leiter ZDF-Marketing, findet sie prima:
Die neue Gemeinschaftskampagne bringt das auf den Punkt: »ARD und ZDF. Ihr gutes öffentliches Recht«. Kein bloßes Wortspiel mit dem Begriff öffentlich-rechtlich, sondern vielmehr ein Claim, der das Bewusstsein der Zuschauer wiedererweckt, einen Anspruch auf diese Werte zu haben. Der die Selbstverständlichkeit dessen, was der öffentlich-rechtliche Rundfunk bietet, als wertvollen persönlichen Besitz begreifbar macht, auf den man ein Recht hat und auf den man nicht verzichten möchte. Die ARD/ZDF-Kampagne verknüpft den Claim »Ihr gutes öffentliches Recht« mit verschiedenen Botschaften, die ebenso selbstbewusst wie emotional transportiert werden, modern und charmant inszeniert sind und lieber mit einem Augenzwinkern statt mit erhobenem Zeigefinger agieren.
Also eine runde Sache, für die da meine GEZ-Gebühren - sorry - gesetzlichen Rundfunkgebühren verwendet werden. Herausgekommen ist u.a. der folgende Clip: Tja, mir geht es ähnlich wie Herrn Grimm, was die Assoziationen beim Betrachten des Clips angeht, vor allem so weit es das Augenzwinkern betrifft... Kleine Notiz am Rande: Wie wählt Youtube eigentlich die "Ähnlichen Videos" in der Sidebar aus? Ist es Zufall, dass auf der Seite mit dem ARD, ZDF-Clip dort zwei mal der Apple Clip auftaucht?? ;-)
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How to find a Hotel in Paris? Ask Mahalo!

Yesterday evening, I had to find a hotel in Paris for my trip to this year's Le Web 3. Usually that means wading through hundreds of useless, but perfectly search engine optimized pages on Google or clicking back and forth on sites like TripAdvisor - a pretty annoying, time consuming process with a very uncertain outcome. Mahalo LogoBut then I remembered that when Jason Calacanis launched his new "Human-powered search engine" Mahalo, he very often used the example of finding a hotel in Paris. If you ask Maholo for hotels in Paris you are supposed to get a pre-selected (by a human/editor) list of good options instead of gazillions of stupid booking platforms. Nice idea - in theory... So I asked Maholo for hotels in Paris and got this page: easy to use, straight-forward with a reasonable number of choices. In the "Moderate Hotels" category I found one that was in the right location: the Hotel Langlois - it looks nice, has a great rating on TripAdvisor. It even got free Wifi! I booked my room and was all set in less than 10 minutes. Wow!! Not sure how well Maholo works for other things. The idea of human powered search seems compelling, but keeping up with the Web is quite a task and I am not sure if humans are really up to it. Anyway, in this case Mahalo worked definitely as advertised. So, mahalo for the help, Mahalo! ;-)
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The Usual Mortal Sins

Josiah Cole has compiled a list of "19 Things NOT To Do When Building a Website" and published it on his blog. Pretty basic stuff, nothing special. Things that should be trivial but for some reason aren't and tend to be ignored. I guess these lists have to be written from time to time. So here we go; my personal top 3 from Josiah's list:
  • DO NOT resize the user’s browser window, EVER
  • If your website does not work in Firefox, welcome to 2007 DUMSS.
  • If your website is ALL Flash, FIRE your web development company.
Also nice to keep in mind:
  • If you use music on your site make sure the user can stop it, and it BETTER NOT start on page load without the user requests it.
  • If you’re delivering video, it better not ask the user which bandwidth or version of video they’d like. Deliver your video in an embedded player in Flash.
Why is this so difficult? (via Bernd)
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Second Life 2.0 from Sony?

Later this year, Sony will launch a new virtual world which will compete directly with the much (over?-)hyped Second Life and it will look like this...

(Youtube-Link)

Wow! Impressive, isn't it? Especially if you compare this to Second Life. At least it looks much better. But other than that, I am skeptical: you will need a Playstation 3 to access this brave new world and I am pretty confident that Sony engineers will make sure that the PS3 will stay the only hardware that brings you "Home". The reason for this is simple: Sony doesn't want to build a thriving new virtual world. They want to "build" a USP for an over-engineered, over-priced product, which currently seems to have no real competitive advantage. And therefor Sony and its needs will be at the center of this new "Home", not the user. The user will be able to buy "extras from the Playstation store", as the video states. But I have my doubts that the user will be able to SELL extras there, too!? I might be wrong, but when I extrapolate from products like the PSP or the Librie eBook to predict what Sony's Home will look like, my guess is, it will lack all the stuff that makes Second Life so appealing. But who knows... Perhaps Sony has learnt a thing or two from Myspace, Flickr or Youtube and will prove me wrong... We'll see... Btw, if you want to know what happens, when a company has only its needs and agenda in mind when it develops a product and kind of forgets the user along the way, just look at this little clip. It surfaced on Youtube about two weeks ago and was already seen by more than 500.000 people since then...

(Youtube-Link)

(via Markus Breuer and Church of the Customer) mabber-button-last.gif
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Nabaztag - Say Hi to Rabbit 2.0

I just stumbled across a funny little gagdet/pet-hybrid that had escaped me until now: it's something called Nabaztag - an ambient, wifi-enabled - thereby fully internet ready - artificial rabbit. It comes with his own build-in social network and is already all over Youtube, Flickr et al.... rabbit20.gif What does he(?) do? Well, turns out, the little rabbit is a real digerati: he reads your emails or rss-feeds, notifies you when friends come online, downloads stock quotes and weather forecasts and plays music. He also sings and dances messages, which your friends can send directly to him. You can even marry him to another rabbit! Violet, the company behind the Nabaztag, has just launched a new edition, which has learned quite a few additional tricks like "Limitless Talk Capabilities" and "Scent Recognition"! WOW !! Despite some technical glitches, I think, I am sold... ;-) via Henriette, who btw has some comments on an observation from the Lift07 conference last week, which put this little gadget into an interesting context:
So at Lift07 there was nobody who said the word “blog” or “web 2.0″ which to me is a very visible sign that “blog” and “web 2.0″ is getting passé… slowly but firmly. It is not where the geeks are anymore. Does this mean that Web 2.0 is dead ? read on...
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Musicovery brings mood based webradio

Just got a pointer to Musicovery - a new (?) webradio service similar to Pandora or Last.FM. But on Musicovery you can choose the music based on your mood (Dark, Energetic, Positive, Calm). Nice twist. So next time your are stressed out by a client or tired from last nights party, just hit the right button and let the music solve that problem - a bit like radio's version of functional food. You can also narrow down the music selection by things like time period or genre. The resulting title queue is nicely visualized with handy links to the iTunes Store and Amazon underneath. Only LoFi is free. HiFi costs money: 2 Euro / month, 9,99 Euro / year.
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Google kicks BMW out of the index

Looks like Mario's prediction the other day suddenly became reality. BMW got taught a lesson by Google last week: they kicked the German car giant out of the index for using unethical SEO tactics, with which BMW probably tried to compensate their bad web design. Ups ! So guys: take a seat in the penalty box, check out the Google guidelines, read a book or two and come back when you have cleaned up the mess those expensive SEO specialists have created... But to be fair, BMW is hardly the only company having this problem. For me, one of the great mysteries of today is the inability of big brands to build "good" websites. Sure that Total-Flash page or this Javascript-only navigation might look good - but that's about it. It is just plain stupid to annoy customers with forced plug-in downloads or to shut out Google et al. with a website they can't crawl. Rule of thumb: if your site isn't readable for Google, it is probably also unreadable for a lot of your customers !!!
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