Wie man mit Virtual Reality (sinnloses) Influencer Marketing prima skaliert!

Inzwischen weiss eigentlich jeder, wie Influencer Marketing geht, oder?  Man treibt ein paar Instagram-Mädels zusammen, hält das eigene Produkt in den Hintergrund, wenn sie ihre Selfie-Sticks ausfahren, addiert dann deren Followerzahlen in einer Excel-Tabelle und präsentiert das Ergebnis schliesslich dem Kunden als „Reichweite“. Fertig. Easy.

Nun kommt Micheal Mehring und behauptet in einem krassen Text auf Medium, das wäre alles Quatsch. Stattdessen müsste man ganz anders an die Sache rangehen:

Influencer Marketing ist dann gut, wenn es eine kritische Auseinandersetzung zulässt. Wenn es Inspiration bringt. Wenn es einen roten Faden gibt. Wenn der Erfolg nachweisbar ist. Und — vielleicht am Wichtigsten — wenn die Marke sich spürbar zurücknimmt, anstatt laut sein zu wollen. 

Bitte? Influencer Marketing als "kritische Auseinandersetzung" mit einer Marke, die "sich spürbar zurücknimmt"....!? #CRAZYTALK

Klar hat er irgendwie Recht. Aber ist das nicht riskant? Da weiss doch niemand, was mit der eigenen Marke so angestellt wird.  Und überhaupt: wie will man das denn sauber skalieren? Schliesslich will man vor allem Reichweite und die möglichst günstig, schnell + sicher! Der oben beschriebene Ansatz mag keinen Sinn machen, aber er lässt sich zumindest skalieren!!

Und für das Problem, dass man hier etwas skaliert, was niemanden interessiert, gab es auf der diesjährigen SXSW einen schicken neuen Trend zu bewundern, der dies sehr einfach löst: Virtual Reality!  Wie diese Lösung aussehen könnte, hat Tom Fishburne aka The Marketoonist wieder einmal sehr schön visualisiert

Einfach die VR Brille aufsetzen und dann die (virtuelle!) Realität geniessen, in der man eh die ganze Zeit schon lebt. Fertig. Easy. 

Die Zukunft der Werbung? Penetranz schlägt Relevanz!

Spannende Innovation am Werbehimmel: „Samsung’s smart TVs are inserting unwanted ads into users’ own movies!“ Anscheinend wollen uns Samsung & Yahoo dort mit Werbung beglücken, wo wir aktuell noch recht sicher davor sind - z.B. beim Schauen eines Films auf AppleTV. Wie das praktisch aussieht und wie die „Zielgruppe“ darauf reagiert, kann man hier sehen. Irre! Wer würde sowas buchen??

Als ich das gestern las, musste ich spontan an das nette kleine Facetime-Geplauder zwischen Richard Gutjahr und Amir Kassaei denken, das Richard letzte Woche unter dem martialischen Titel „Kriegsziel Kunde: Zum Zustand der Online-Werbung 2015“ in seinem Blog veröffentlicht hat: 

Ausgehend von der Frage, wieso Werbung heute nervt wie nie, werden darin viele richtige Dinge angesprochen - z.B. die Tatsache, dass Big Data bisher viel versprochen, aber nur wenig gehalten hat. Wer schon mal wochenlang von Online-Bannern voller Schuhen verfolgt wurde, die man bereits lange gekauft hat, weiss ganz praktisch wie sehr (digitale) Werbung wirklich nerven kann. Für Amir ist es ein Fehler hier weiter vor allem auf Reichweite zu setzen. Stattdessen würde Relevanz zunehmend wichtiger - um das Generve zu reduzieren. 

Eine These, die nicht ganz neu ist und die ich sehr gern glauben würde. Doch gefühlt geht die Entwicklung - wie auch das Beispiel Samsung zeigt - immer öfter in die entgegen gesetzte Richtung. Denn Werbeträger und Werbetreibende lieben Reichweite, weil sie so schön einfach ist. Relevanz dagegen ist kompliziert. 

Deshalb erscheint es für alle Beteiligten sinnvoller nach Wegen zu suchen, um der armen Sau „Endverbraucher“ auch in Zukunft jeden irrelevanten Schrott rein drücken zu können. Wenn das aktuell nicht mehr so richtig funktioniert, dann vielleicht nur, weil man es nicht konsequent genug versucht? Wie es aussieht, wenn man genau das tut, bekommt man recht anschaulich in der Episode „Fifteen Million Merits“ der exzellenten TV-Serie Dark Mirror von Charlie Brooker vorgeführt:

Hier leben die „Endverbraucher“ in kleinen Zellen, deren Wände komplett aus Bildschirmen bestehen und über die sie endlos mit belangloser TV-Unterhaltung auf RTL-Niveau sediert werden. Kaufen tun sie nichts mehr für sich selbst, sondern nur noch für ihren Avatar, der dafür vermeintlich überall dabei sein kann. Die Werbung zu ignorieren ist in dieser Welt schlichtweg unmöglich, denn während der Werbeblöcke wird einfach die Tür verriegelt; schliesst man die Augen, stoppt das Programm und ein schriller Ton fordert dazu auf, sie wieder auf zu machen - endlich eine überzeugende Lösung für die Ad-Blocker-Probleme der Vergangenheit. Und das alles ist erst der Anfang vom Horror! (Btw, so intelligent kann Technik-Kritik sein, wenn sie nicht aus Deutschland kommt - aber das nur am Rande)

Das Spannende an Brookers Medien-Dystopie ist die Tatsache, dass das meiste davon schon existiert: der hirn-abtötende TV-Content, der Kampf gegen das Ignorieren von Werbung, die Partizipationsillusion - alles schon da, hier nur einfach konsequent zu Ende gedacht!

Hoffen wir mal, dass uns dies in letzter Konsequenz erspart bleibt. Doch in welche Richtung es hier grundsätzlich geht zeigt am besten Facebook: da lief es an der Börse erst so richtig rund, nachdem man sich vom Dialog- zum Reichweiten-Medium gewandelt hat und nun mühelos globale Media-Etats unterbringen kann. Prima für die Werbung, nicht so schön für den "Endverbraucher". Denn dort, wo früher die Stories von Freunden waren, watet der nun knietief in gesponserten Topmeldungen - dies inzwischen auch auf mobilen Endgeräten mit Auto-Play Videos, bald anscheinend auch auf jedem beliebigen Bildschirm und alles natürlich perfekt "getargetet"....!?

Sicher wird so auch spannende, relevante und interessante Werbung möglich. Aber das ist halt kompliziert. Wer es einfach haben will und ausreichend Budget mitbringt, für den gilt in dieser schönen, neuen Werbewelt vielleicht noch mehr als früher:

Penetranz schlägt Relevanz!

Gerade wenn erstmal die grossen Budgets, die aktuell noch in TV-Werbung gehen, in digitale Werbung gesteckt werden, wird das alles erst so richtig spannend. Die Hoffnung darauf spiegelt auch der aktuelle Börsenkurs von Facebook wider.

Doch eine Frage wird dabei bisher kaum diskutiert: gibt es hier nicht eine natürliche Grenze? Wieviel Sponsored Spam u.ä. (vielleicht bald Auto-Play-Pre-Rolls?) kann man dem Endverbraucher in den Feed kippen, bis auch all das Targeting nix mehr hilft und der den Kanal dicht macht? Und was, wenn dann noch ganz viel Budget vom Shift TV zu Digital übrig ist??

Prozesskostenoptimierter Kundendialog am Beispiel der Deutschen Bank

Seit vielen Jahren bin ich Kunde der Deutschen Bank und war bisher immer durchaus zufrieden. Doch in letzter Zeit gab es gewisse Unstimmigkeiten: vor allem aufgrund einer Rürup-Rente, die sich als ein wenig unglücklich gestaltet herausstellte ("Da haben wir Sie damals leider falsch beraten") und Kreditkarten, die häufig Probleme machen ("Unsere Karten sind halt besonders sicher!").

Beschwert man sich in solchen Fällen, landet man bei der Deutschen Bank, wie bei den meisten Grosskonzernen, in Kundendialogprozessen, die leider mehr auf die Erfordernisse des Unternehmens, als auf die des Kunden abgestimmt sind. Solche Prozesse arbeiten auch im Jahr 2013 immer noch gern mit der guten alten Briefpost - vermutlich weil die unsere manchmal doch recht hektische Welt so herrlich entschleunigt.

Ein solcher Vorgang beginnt deshalb immer mit einem echten Brief, in dem zunächst versichert wird, wie wichtig der Bank das eigene Anliegen ist. Deshalb möchte man es gebührend prüfen und bittet hierfür um "etwas Zeit und ein wenig Geduld". Nur wenige Wochen später bringt der Postbote einen weiteren Brief: darin wird noch einmal versichert, wie wichtig das eigene Anliegen ist, das man nun eingehend geprüft hätte. Dabei konnten keine Probleme festgestellt werden, alles ist gut und das Anliegen damit erledigt - mit freundlichen Grüßen von der "Leitung KundenService" (ganz modern - mit großem S und ohne Bindestrich).

Schreiben dieser Art bestehen komplett aus Textbausteinen und benötigen für Formulierung, Zusammenstellung, Ausdruck und Versand pro Brief sicher nur wenige Sekunden. Die damit erzielte Effizienz dürfte beindruckend sein. Die perfekte Lösung für den "Dialog" mit dem Kunden - zumindest aus Sicht des Unternehmens. Für den Kunden hat dies jedoch einen kleinen Haken: er muss auf die Beantwortung seiner konkreten Fragen weitgehend verzichten und sich mit inhaltsleeren Worthülsen zufrieden geben. Nicht optimal, aber in den meisten Fällen vermutlich vollkommen ausreichend.

Doch immer mal wieder gibt es einzelne Kunden, die sich mit dem dürren Ergebnis des Standardprozesses nicht zufrieden geben. Sie fragen nach. Vielleicht auch öfter. Bessere Antworten produziert das Textbausteinarchiv für sie zwar nicht. Doch wenn es gut läuft, landen sie irgendwann im "Präsentprozess" und bekommen etwas geschenkt - so eine Art Trostpreis für die gezeigte Hartnäckigkeit. 

Auch für meinen Vorgang wurde nach wiederholten Beschwerden der entsprechende Prozess angestossen und so kann ich nun hier präsentieren, was dann am anderen Ende beim Kunden rauskommt - das "Präsent":

Eigentlich eine schöne Geste, jedoch geht sie in der Umsetzung  komplett daneben: statt der gewünschten Antworten bekommt man einen Wein wie aus dem Scherzartikelversand...!? 

Als Kunde drängt sich einem da vor allem eine Frage auf: was für eine Meinung hat die Deutsche Bank bitte von ihren Kunden? Glaubt man da wirklich, es reicht aus den billigsten Wein, den der Einkauf finden kann, in eine pseudo-hochwertige Holzkiste zu stecken, Porto drauf und ab zum Kunden - schon fühlt sich der kleine Crétin so geehrt, dass er wieder glücklich & zufrieden ist und sein eigentliches Anliegen vergisst?

Dabei geht es nur vordergründig um Preis und Qualität des "Präsents" selbst - auch wenn die Optik hier mehr als unglücklich ist. Viel delikater ist die Denke dahinter, die Kundendialog als blosses Kostenproblem sieht, das sich mit Standardschreiben und -prozessen lösen lässt und dabei den Kunden weitgehend ausblendet.

Wenn Kostenoptimierung dann solche Ergebnisse liefert, läuft gründlich was schief, denn die Prozesskosten sind nur oberflächlich betrachtet effizient. Hier ist nicht das verfügbare Budget das Problem, sondern die grundsätzliche Haltung gegenüber Kunden und dem eigenen Anspruch an den Dialog mit ihnen.

Epilog: Das Video habe ich übrigens vor zwei Wochen an die Deutsche Bank geschickt und gefragt, ob das vielleicht ein verspäteter Aprilscherz war. Was kam als Reaktion? Nach etwas über einer Woche kam ein weiterer Brief: mir wurde versichert, wie wichtig mein Anliegen ist und man es gebührend prüfen möchte. Doch dafür benötigte man nun "etwas Zeit und ein wenig Geduld"...

Update

on 2013-07-20 13:17 by Björn Ognibeni

Ich bin gerade aus dem Umfeld der Deutschen Bank gebeten worden etwas klarzustellen, um Missverständnisse zu vermeiden: hier geht es nicht primär um Kundendialog in sozialen Medien, sondern eher klassisch per Brief und so. Das im Video gezeigte Posting auf der Facebook-Page der DB ist (bisher) auch nur als "Simulation" zu verstehen, um zu verdeutlichen, wie ein Kunde heutzutage reagieren könnte. 

Update

on 2013-09-06 12:46 by Björn Ognibeni

Inzwischen sind über 6 Wochen rum und anscheinend benötigt die Deutsche Bank dieses Mal sehr viel Zeit und ich noch mehr Geduld. Denn bisher gab es keine Reaktion abgesehen von obiger Bitte doch klarzustellen, dass ich - anders als einige Mitarbeiter der Bank nach Schauen des Videos anscheinend dachten - bisher nichts auf der Facebook Page der DB dazu geschrieben habe. Irgendwie schien das die einzige Sorge zu sein. Und vielleicht ein guter Grund dies nun nachzuholen...

Update

on 2013-09-06 11:52 by Björn Ognibeni

Tja, so schnell kann es gehen: nun hat Tom Hillenbrand aka Tom König den Link zu diesem Posting bei Twitter und Facebook gepostet. Und während ich noch überlege, ob ich die Story wirklich auf der Facebook Page der DB haben möchte, hat sie jemand anders dort bereits verlinkt... 

Das war es dann wohl mit Apple… mal wieder…

Noch 30 Minuten bis zum Apple Event auf dem das iPad 3/HD vorgestellt wird und vermutlich noch rund 120 Minuten bis unzählige "Influencer" alle Welt wissen lassen, dass DAS ja nun echt nicht alles gewesen sein kann, dass alles doch so gar keinen Sinn macht, weil x oder y fehlt und man sich nun ganz sicher ist: Apple hat endgültig seinen Zenith überschritten!

So war es beim iPhone (Telefon ohne Tastatur? Kauft kein Mensch!), beim iPad (Ohne USB-Anschluss? So'n Quatsch!) und zuletzt auch bei iPhone 4S (GÄHN!). Und so wird es auch heute Abend sein.

Für alle die nachher wieder ins große Geweine einstimmen, hat John Gruber auf Daring Fireball schon mal die passende Antwort gepostet:

What would it take for the iPad 3 to be deemed an immodest update? A fusion energy source? Teleportation? A camera that sees into the future?

Hallo T-Mobile, liebe Telekom: es reicht!!!

Als ich 2001 als Kunde Nr. 12 bei Hansenet meinen Telekom-Anschluss kündigen konnte, war ich alles andere als unglücklich. Kein T-Punkt mehr, kein Magenta, kein Ärger mehr über Ex-Beamte, die einen Anträge ausfüllen liessen. Alles Dinge der Vergangenheit. War irgendwie ein schönes Gefühl. Doch dann kam das iPhone und aus irgendeinem Grund, der sich mir bis heute nicht erschliessen will, wollte Steve, dass ich wieder zurück zum T gehe. Nach einem Jahr zögern, machte ich dann brav, was von einem Apple Fanboy erwartet wird. Seit dem kommen sie wieder - die Rechnungen auf Umweltschutzpapier der ersten Generation. Gewollt habe ich es nicht, aber irgendwie hat man sich damit abgefunden und zahlt... mehr als das doppelte, verglichen mit vorher... egal... BIS GESTERN... Da konnte man bei fscklog.com lesen, dass die Geschäftsführung von T-Mobile Deutschland offensichtlich der Meinung ist, die eigenen Kunden würden wirklich jeden Mist bereitwillig mitmachen. Kann sein, dass sie Recht haben. Aber ich bin mir nicht sicher. Vielleicht gibt es doch eine Grenze? Vielleicht kann man heutzutage nicht mehr einfach so mit seinen Kunden umgehen, ohne dass es Konsequenzen hat? Um das rauszufinden, habe ich auf Facebook eine kleine Gruppe zu dem Thema gestartet:
T-Mobile ist nie für übertriebene Kundenorientierung oder extrem günstige Preise bekannt gewesen. Aber wer ein iPhone ohne größere technische Probleme und mit voller Funktionalität haben will, hat halt keine Wahl. Der muss sich die überteuerten Angebote der Telekom schön reden und lernen damit zu leben. Eine ganze Weile ging das auch irgendwie. Zwar wurden die Verträge nach und nach immer kundenunfreundlicher, aber was soll's. Die depperten Apple-Kunden lassen ja alles mit sich machen. Nur irgendwann ist mal gut. Aktuelles Ärgernis: Tethering - die Nutzung der Handy Onlineverbindung mit externen Geräten wie Laptops - möchte sich T-Mobile von seinen iPhone-Kunden gern extra bezahlen lassen, obwohl die meisten bereits jeden Monat viel Geld für eine volumenmäßig begrenzte Pseudo-Internet-Flatrate abgeknöpft bekommen: http://www.fscklog.com/2009/09/t-mobile-kein-iphone-tethering-für-kunden-mit-complete-verträgen-der-1-generation.html Etwas richtig cleveres hat sich T-Mobile für die Kunden ausgedacht, die noch einen iPhone-Vertrag der ersten Generation haben. Der ist nämlich deutlich kundenfreundlicher und lässt eigentlich Dinge wie Tethering oder sogar die Nutzung von UMTS-Sticks zu. Da die Abzocke mit den doppelten Onlinegebühren aufgrund der Vertragsgestaltung hier anscheinend nicht so einfach möglich ist, wird diesen Kunden das Tethering kurzerhand komplett gesperrt oder wie T-Mobile sagt "nicht angeboten". Wer so einen Vertrag hat kann mit fast jedem beliebigen Handy jederzeit und überall online gehen - nur nicht mit dem, wegen dem er eventuell erst zu T-Mobile gewechselt ist. Mit diesem Wahnsinn will die Telekom ihre Altkunden zwingen freiwillig neue Verträge zu akzeptieren, in denen Tethering explizit verboten ist, um ihnen das dann nach Buchung der Zusatzoption "Modemnutzung" juristisch einwandfrei extra berechnen zu können...!? Der Ansatz ist in der Konsequenz seiner Dreistigkeit irgendwie genial, aber trotzdem: #EsReicht Rechtlich ist das alles vermutlich nicht anfechtbar. Aber macht es wirklich Sinn, die eigenen Kunden mit Spitzfindigkeiten wie dem subtilen Unterschied zwischen Handy- und Daten-Flatrate zu verärgern? Kann man als Unternehmen in Zeiten, wo Konsumenten vernetzt sind und online Millionen ihren Ärger mitteilen können, wirklich noch gegen die eigenen Kunden erfolgreich sein? Das zu diskutieren soll Sinn und Zweck dieser kleinen Facebook-Gruppe sein. Wer dazu eine Meinung hat, kann sie hier los werden. Und wer weiss, vielleicht können wir ja gemeinsam die Telekom überzeugen, dass zufriedene Kunden immer noch die beste Basis für fette Gewinne und schöne Aktienkurse sind...
Los ging es vor etwa 9 Stunden. Inzwischen sind es schon 175 Mitglieder! Keine Ahnung, ob das was bewirkt. Aber man kann es ja mal versuchen, oder? Falls Sie den Ärger über T-Mobile nachvollziehen können und die Sache unterstützen wollen, dann klicken Sie doch einfach kurz auf den folgenden Link: http://bit.ly/tmobile-esreicht
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Is Belkin buying fake reviews on Amazon for 65 Cents each? (Updated)

Well, looks like this is a pretty busy weekend for folks over at the PR department of peripherals maker Belkin. At least, it should be. On Friday night, Arlen Parsa, the author of "The Daily Background" blog has put up a very interesting posting. According to him, Belkin is actively & publicly (!?) looking for people who are willing to post fake product reviews on Amazon using - nice irony here - Amazon's Mechanical Turk service:
That’s a request from somebody named Mike Bayard to review a product and “give [it] a 100% rating (as high as possible).” It doesn’t matter if the reviewer doesn’t own the product or has never tried it– the requester has helpfully written, “Write as if you own the product and are using it.” It even goes a step further, asking the Mechanical Turk user to “Mark any other negative reviews as “not helpful” once you post yours.” Users are paid 65 cents for every positive review they leave.
Those who wanted to earn the 65 cents were told to write positives reviews about products like this Belkin F5U301 CableFree 4-Port USB 2.0 Hub, which doesn't seem to have too many fans among unpaid reviewers so far. Arlen found dozens of similar requests on Mechanical Turk. All posted by someone called Mike Bayard and according to LinkedIn, there is a Mike Bayard working as a Business Development Representative for Belkin...!? There is still no official statement, so let's take everything with a grain of salt. But if it is true, this could turn into a major problem for Belkin. I found the story this morning via Lummaland and it is already making its rounds on Digg, Techmeme et al. There is also a lot of Twitter chatter about it. Arlen contacted the Belkin PR people himself and is now waiting for an official reaction... But how should Belkin react? Just ignoring the whole thing is probably not a good idea and sending out a press release could alert mainstream media. Posting an "official comment" on Arlen's blog could be a way. But just leaving one comment wouldn't solve the problem. It would almost certainly lead to a lively discussion there which Belkin would have to participate in. Pretty risky. Especially because it would be on a website the company can't control. Depending on the truthfulness of the whole "affair" I am not sure, if there is a good solution. But if Belkin would have a company blog, that would be the perfect channel to address the issue... Unfortunately they don't... Let's see what solution Belkin comes up with... Update @ 23:20: Well, at least they are quick. Just 48 (weekend!) hours after the initial blog post, Belkin has released an official statement from their President Mark Reynoso (via Crunchgear). Basically a straight-forward apology and the expected "single perpetrator / isolated incident" explanation...
It was with great surprise and dismay when we discovered that one of our employees may have posted a number of queries on the Amazon Mechanical Turk website inviting users to post positive reviews of Belkin products in exchange for payment.
So far, so good. But is it enough to convince the angry mob to put down pitchforks & torches? I doubt it... Update @ 20.01.2009: Someone claiming to be a Belkin employee has contacted Gizmodo and is saying that this isn't an isolated incident as Belkin's statement is trying to make us believe. Instead it "only scratches the surface of the shady tactics and slimy methods Belkin uses." If what he writes is true, then Belkin really needs to pay for good reviews...
Infact, our products are such junk, when an internal survey was done, it was found that the majority of Belkin employees purchased competitors products for home use, even with ours being offered free, as they are of such poor quality.
Oops...!? You can find the whole Gizmodo posting here.
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FDP Hamburg probiert mal was "Virales"

Vor ein paar Tagen bekam Hanno eine Email, mit einem dezenten Hinweis auf ein Wahlkampf-Video der Hamburger FDP bei Youtube. Ein klassischer Fall von Bullshit-Marketing mit allem DrumundDran - inklusive gefakter Absende-Emailadresse und der subtilen Frage "Wäre der nicht was für deinen Blog?". Und tatsächlich: es war etwas für Hannos Blog. Obwohl die Tonalität des entsprechenden Blog-Beitrags wohl ein wenig anders ausfiel, als es sich der Absender gedacht hat. Als ich das damals las, dachte ich spontan, dass dahinter unmöglich die FDP Hamburg stecken könnte. Denn wenn ich mir diesen Verein so von aussen anschaue, fällt es mir zum einen sehr schwer, sie mit so radikal neuen Ideen wie Internet oder Viral Marketing in Verbindung zu bringen. Zum anderen kann von offizieller Seite niemand ernsthaft ein Interesse daran haben, dass sich dieser Clip wirklich viral verbreitet. Schliesslich würde das bedeuten, dass da jemand glaubt, so etwas würde Stimmen bringen in der Zielgruppe derer, die wissen, wie man ein Youtube-Video startet. Und das kann doch niemand glauben, oder? Also ganz klare Sache: die Email kann nur vom politischen Gegner kommen... dachte ich... bis ich eben dieses neue Posting bei Hanno las... tja, falsch gedacht... Nachtrag: jetzt wird der Clip doch noch richtig viral...!?
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So kriegt Ihr mich nicht!

Seit Tagen spiele ich mit meinem iPod Touch rum und muss sagen, ich bin beeindruckt - auch wenn ich gerade über die Anschaffung von Rauchmeldern nachdenke! Wenn das Gerät als Appetizer für das iPhone gedacht ist, dann funktioniert es. Mein Nokia 61i sieht im Vergleich dazu mehr und mehr wie ein Produkt aus dem Hause Robotron aus. Für einen kurzen Augenblick erwog ich sogar mit meinen rund 100 Euro ARPU zu T-Mobile zu wechseln. Doch dann holte mich die Bekanntgabe der Vertragsbedingungen - mit all ihren Kuckuckseiern wie dem Minutenmondpreis von 39 Cent oder einer vollkommen unsinnigen Bandbreitenbeschränkungen - wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.
tmobile_witz.jpg (via fscklog)

Schade, schade. Irgendwie schaut das alles nach einer verpassten Chance aus. Sowohl für Apple, als auch für T-Mobile. Und so werde ich weiter mit meinem Nokia, inkl. seiner Benutzerführung aus dem letzten Jahrtausend, rumlaufen und mich fragen, warum anscheinend nur Apple Geräte bauen kann, die einen dazu bringen beinahe (!) alles zu akzeptieren...

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Dementi: Ein Sebastian Foss ist mir nicht bekannt !

Ich fass es nicht: vor anderthalb Jahren konnte man bei Mario Sixtus lesen, dass ein gewisser Sebastian Foss aus Lindlar über seine Firma e-trinity GmbH ganz offen per Google Anzeigen eine Software namens Blogblaster (!) verkauft, mit der man angeblich automatisch über 2 Millionen Weblogs mit Kommentarspam beglücken kann. Das allein ist eigentlich schon ziemlich unglaublich. Aber es wird noch besser: denn vor zwei Wochen erhielt Mario eine Abmahnung von eben diesem Sebastian Foss. Er war der Meinung zu Unrecht als “Spammer” bezeichnet worden zu sein. Begründung: alle Blogger, die mit dem Blogblaster beschickt werden können, haben sich damit einverstanden erklärt. Laut Mario behauptet der gegnerische Anwalt, dass von allen zweikommairgendwas Millionen Bloggern schriftliche Einwilligungen vorliegen !? Daraufhin hat sich Mario die Software gekauft, einmal nachgeschaut, wer darin so als potenzieller Werbeträger auftaucht und ganz erstaunliche Entdeckungen gemacht. In der Liste findet sich z.B. auch dieses Blog hier...
...ebenso meine drei anderen Weblogs! Wie gesagt, ich fass es nicht!! Leider hat sich mein Anwalt ausgerechnet gestern in einen wohlverdienten Erholungsurlaub verabschiedet. Deshalb jetzt mal kurz im Blog vorab: Ich kenne keinen Sebastian Foss bzw. eine Firma e-trinity GmbH. Ich habe auch definitiv nie irgendjemandem die Einwilligung gegeben, hier Spammüll abladen zu dürfen. Und wenn sich gegen diesen Wahnsinn irgendwas juristisch machen lässt, dann werde ich das tun. Wenn auch leider erst in 10 Tagen. Hoffen wir mal, dass sich Herr Foss bis dahin nicht abgesetzt hat. Wundern würde es mich nicht, bei dem, was ihm gerade so aus der Blogosphäre entgegen "blastet" !? So, jetzt geht’s mir besser... schönes Wochenende... Mehr zum Thema bei Thomas Knüwer.
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Bullshit Marketing brought to you by Calvin Klein IN2U & d.k.d

Eigentlich bin ich gerade im vorösterlichen Arbeitsstress und hab nicht wirklich Zeit zum Bloggen. Aber was soll's. Für den aktuell aufgetauchten Fall von Bullshit-Marketing muss ich mal kurz eine Pause einlegen. Die Coty Prestige Lancaster Group, das Unternehmen hinter den Parfumversionen von so bekannten Marken wie Calvin Klein, Davidoff oder JOOP!, brauchte wohl dringend etwas zeitgemäßen Online Buzz für Calvin Kleins neues Duftwässerchen namens IN2U. Mit diesem Anliegen wandte man sich an die d.k.d Internet Service GmbH, einer kleinen Agentur aus Frankfurt. Die ist zwar eher auf Typo 3 Installationen spezialisiert, aber man dachte sich da vielleicht, Blogs sind ja auch bloss Content Management Systeme - nur halt für Amateure. Alles halb so wild. Was der Kunde dann für sein vermutlich recht schmales Budget präsentiert bekam, klang wohl ungefähr so (Zitat aus einer inzwischen schamhaft versteckten Presseinfo von dkd)...
"Die Kampagne mit inszenierten Blogs, Charakteren und Bildern spricht die Generation der 'Technosexuals' an, um in den Medien der Zielgruppe die Produkteinführung des neuen Dufts CK IN2U zu unterstützen."
... mit Betonung auf "inszeniert" ! Denn anstatt mit echten Bloggern in einen echten Dialog zu treten, hat man sich einfach fünf Angehörige der Zielgruppe (Alina, Joe, Katharina, Mirjam, Tomek - Alter: 18-25) herbeiphantasiert und sie wochenlang durchs Social Web Amok laufen lassen. Was so an Spam entstand, kann sich sehen lassen: eine Unmenge an gefakten Blogs, Myspace-Seiten, Flickr- und Youtube-Postings (komplette Übersicht bei Maastrix). Dabei legte man grossen Wert darauf, dass die Marke und im Schlepptau ihre google-relevanten Schlüsselbegriffe wie 'Technosexuals' nur sehr "subtil" vorkamen. Was nichts anderes heisst, als das man den ahnungslosen Betrachtern vorgaukelte, dass hier reale Personen gerade einen Duft und eine damit verbundene "Lebenseinstellung (?)" für sich entdeckten. Wenn dann Fake Alina über ein komplett erlogenes Vorabenderlebnis berichtet, liest sich das so:
"Naja, viel reden konnte man ja nicht – war einfach zu eng auf dem floor – überall diese sexy Leute in den coolen outfits - body an body, geile music...- und dann lag da dieser neue CK Duft in der Luft... Von meinem New Yorker Bekannten war nicht viel zu sehen - er kannte wohl superviele Leute. Er erzählte mir anfangs irgendwas von ‚technosexual generation’ und das darüber gerade überall in NY gesprochen würde... Hab nicht so richtig verstanden, was er damit meinte...: ‚It is our fast and sexy, casual style generation... – sex on the go’ oder so ähnlich...."
Wer bitte kommt im Jahr 2007 auf so eine Idee ?? Eine Weile ging es gut. Vermutlich weil zunächst kaum jemand die Kampagne wahrgenommen hat. Doch dann wollte man den Traffic wohl etwas ankurbeln und schickte die Protagonisten zum Kommentar-Spammen in bekannte deutsche Blogs (z.B. zu Mario Sixtus oder an die Blogbar). Prompt kam es, wie es kommen musste: der Schwindel flog auf. Alexander Svensson und Marco Maas brachten den Stein ins Rollen, inzwischen läuft die traditionelle Treibjagd quer durchs Blogdorf mit Headlines wie IN2U is OU4ME oder IN2U: Calvin Klein ein Spam Schwein? - kurz: Online Buzz vom Feinsten... alles ganz umsonst... teeren & federn inklusive... Und falls sich die Markenverantwortlichen bei Coty heute Vormittag noch Illusionen gemacht haben sollten, dass der Fallout auf die niedlich-kleine Blog-Nische beschränkt bleibt, dürften sich die spätestens seit dem heutigen Artikel bei Spiegel Online erledigt haben. Zum Glück kommen jetzt ja erstmal ein paar ruhige Ostertage, während derer sich der Staub wieder etwas legen kann. Billige Kalauer mit Anspielungen auf Kreuze und den morgigen Karfreitag spare ich mir jetzt mal. Ruhe wird es trotzdem nicht geben. Nächste Woche werden wir sehen, wie diese Stümperei ihre dauerhaften Spuren in den Google-Suchen nach Begriffen wie Calvin Klein, IN2U oder dkd hinterlässt. Außerdem schreiben die bespammten Blogger fleissig Rechnungen für die in Anspruch genommene Werbeleistung. Die einfach nur zu ignorieren, dürfte nicht reichen. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass uns dieses Thema noch eine Weile begleiten wird. Bei den vermeintlichen Blog-Spezialisten von d.k.d. trifft der ganze Ärger übrigens auf die in solchen Fällen übliche Mischung aus Ahnungslosigkeit und Erstaunen. Für sie ist das alles nur eine “tägliche Blog Soap mit Themen des üblichen Lebens”. Auch den Einwand eines Bloggers, der bei dkd anrief, dass man die Leser getäuscht hätte, läßt man nicht gelten...
"...schliesslich müsse man heutzutage überall davon ausgehen, auf Werbung zu treffen. Die Aufregung in der Blogosphäre sei nicht ganz verständlich."
Stimmt, und das Marken ihre Kunden in Werbung "anlügen" passiert leider öfter, als man denkt. Aber das man sich wundert, dass sich die Zielgruppe darüber aufreget, wenn's auffliegt, ist nun wieder für mich nicht ganz verständlich...!?

Weitere Links zum Thema: Netzwelt: Parfum mit schlechtem Nachgeschmack Robert Basic: blamierte PR Agentur DKD Kunden Coty bis auf die Knochen? Focus Online: Der Duft der Blogger
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