Nachricht des Tages: XING ist fertig entwickelt

In Sachen Werbung auf Mitgliederseiten hat sich XING wirklich alles andere als feinfühlig verhalten. Auch wenn es den einen oder anderen kalt zu lassen scheint, hat es mich schon sehr geärgert, dass meine (Premium-)Profilseite plötzlich zum Werbeträger umfunktioniert wurde. Das man vorab darüber nicht informiert wurde, machte die Sache nicht besser. Als zahlendes Mitglied sehe ich es als selbstverständlich an, dass auf meiner persönlichen Visitenkarte im Netz (und das soll mein XING Profil ja sein) keine quietsch bunten Flash-Banner irgendwelche Last-Minute-Reisen feil bieten.

Aber egal, Schnee von gestern. Inzwischen sieht XING das ähnlich und ich hatte eigentlich nicht vor darüber zu schreiben. Aber heute bin ich da über "etwas" (Artikel?, Kommentar?, Glosse?) auf FAZ.NET gestolpert - Titel: "Xing gelangt an die Grenzen des Wachstums".

Darin wird der Aufruhr rund um die bösen Banner zum Anlass genommen, um für XING insgesamt mal ein kleines Totenglöckchen zu läuten. Manches in dem Artikel kann man vielleicht so sehen. Aber dann finden sich darin auch Zeilen wie diese:

“Xing braucht keine weitere technische Verbesserung“, sagt etwa Xing-Nutzer Friedhelm Weidelich. Er sieht die Plattform am Ende ihrer Entwicklung angelangt. Einiges könne vielleicht optimiert werden, doch ob das viel Geld kosten muss? “Da ist keine Story für die Börse mehr dahinter“, sagt Weidelich.


Bitte ?

Lassen wir mal die Frage beiseite, was der Grund dafür ist, dass man die Einzelmeinung von Premiumnutzer Friedhelm W. aus D. (zu dessen Qualifikation man absolut nichts im Artikel findet) so derart herausstellt. Ist es überhaupt möglich, dass ein Dienst wie XING jemals so etwas wie fertig, komplett, vollständig ist? Reicht es wirklich ab einem bestimmten Punkt aus, nur noch an Bestehendem rumzuoptimieren? Kann man wettbewerbsfähig / interessant bleiben, wenn man aufhört neue Entwicklungen und Ideen aufzugreifen, um so seinen Kunden neue Services bieten zu können?

Der Autor der FAZ und sein O-Tongeber würden darauf anscheinend mit einem lauten Ja antworten und ich fürchte, in diesem Land würden viele freudig & lauthals mit einstimmen...