Westaflex und die Tücken viraler Werbung
28.Jun.2007 | 17:29 Aber wie ich gerade beim Werbeblogger lesen musste, gibt es inzwischen auch kleinere Firmen, die davor keine Scheu zu haben scheinen. Aktuelles Beispiel: Westaflex - der westfälische Hersteller von "Verbindungen, die sich auszaahaleen..."
Eigentlich prima, wenn mittelständische Unternehmen innovative Kommunikationswege für sich entdecken. Doch leider sind die beiden Westaflex-Clips so schlecht, dass ich inzwischen ein Schleudertrauma vom Kopfschütteln habe. Ich möchte sie hier nicht einbinden, aber wer sich selbst ein Bild machen will, kann das bei Youtube tun: im ersten geht es um das schöne Thema Saufen per Schnorchel, im zweiten demonstriert ein Westaflex-Mitarbeiter (?) langwierig, aber (zu?) anschaulich den Nutzen der eigenen Produkte.
Wer, um Himmels willen, denkt sich so etwas aus?
Btw, eine kurze Bitte an Frau DeCuir von Westaflex: falls dieses Posting auf Ihrem Blog-Radar auftauchen sollte, würde ich mich natürlich sehr über einen Kommentar hier freuen. Aber bitte nicht per Copy + Paste den Link zu den "Gedanken und Überlegungen zum neuen Filmspot". Die habe ich nämlich schon hier und hier gefunden. Aber wirklich weiter geholfen haben sie mir leider nicht.
Und ich hätte da auch noch eine andere Frage: Wenn Westflex ein eigenes Corporate Weblog betreibt - so richtig mit Wordpress, Kommentaren usw. - wieso nennen Sie das dann "Forum" ?





Reader Comments (7)
Hi Björn,
den Begriff Blog oder Weblog kennt (noch) keiner aus unserer Kundschaft, daher simpel Forum. Oder eben Markenwelt, wie in der Überschrift.
Übrigens - gut, dass niemand gefragt, was die eigentlichen Clip-Ideen waren. Nur so viel: wir wollten uns nicht auf Kosten anderer lustig machen und das wäre bspw. bei der Ähnlichkeit der Aidsschleife zum Westaflex Logo leicht passiert.
Obwohl wir früher unser Logo hatten http://www.westaflex.com/history/" rel="nofollow">man kann nicht immer gewinnen....
Ansonsten hatten wir http://www.filmundtv.de/" rel="nofollow">Hilfe aus der Verwandtschaft beim Imagevideo. Klar, dass wer nett fragt auch eine ausführlich Antwort zu den Hintergründen bekommt.
Schönen Abend zwischenzeitlich :-))
SDC
Dass Eure Kundschaft mit dem Begriff Weblog noch nicht viel anfangen kann, ist sicher richtig. Allerdings war (ist?) das z.B. bei der Kundschaft von http://www.frosta-blog.de/" rel="nofollow">Frosta oder der http://www.saftblog.de/" rel="nofollow">Kelterei Walther sicher nicht anders. Dass sie ihre Firmen-Blogs trotzdem als solche bezeichnet haben, hat dem Erfolg derselben aber nicht im Weg gestanden - ich denke mal, ganz im Gegenteil. Deshalb hatte ich auch gefragt...
Und wer hat sich nun die Konzepte für die beiden Clips ausgedacht? Die lieben Verwandten??
Gute Frage gestellt, Bjoern.
Schließe mich dieser Frage an und möchte es auch wissen.
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Bis zur Beantwortungen dahin ergehe ich mich in bösen und gemeinen Vermutungen, dass die Ideen zu den Clips firmenintern zwischen Inhaber und "Team" (alle erdenklichen von Chefsekre-täterin bis zu PR/IR oder Vertriebschef, Technikchef, Leiter Einkauf, Conrolling, habe ich wen vergessen...) beim... x-ten Bier und Gitarrenklang oder Bauchtanz verzapft wurden.
[satire und böswillige Spekulation on]:
Eine willfährige bis befreundete bis verwandte TV-Produktionsfirma, die schon mal für'n Bürgermeister... ähm Turbinen des heimatlichen Stausees, ein Straßenfest und einen Industriefilm gefilmt hat, hat den Unfug dann versucht, nahtlos und kritiklos umzusetzen.
Sie haben es getan (bösartige Spekulation II):
a) Weil sie sich nicht getraut haben, an der Idee was zu sagen, sonst gibbs kein nächstes Mal mehr... verprelle deinen Kunden nicht und sage nicht, was du denkst. Denn er sitzt im Stadtrat.
b) Und weil sie ebenfalls eher in der Leitung Technikertypen sind sind, keine Kreativen, haben sie's vermutlich gar nicht gemerkt, dass die Clips Satz mit X waren: nämlich nix! Das ist sogar am wahrscheinlichsten.
Ich kenne die Technikergehirne, die ticken so. Wage es keiner, mir meine sauer und bitter erarbeiteten Vorurteile abzugewöhnen. :-)
@Vroni: Ich wage es. :) Ich kenne viele Technikergehirne, und davon eines ganz besonders gut. Wenn die nicht innerlich gekündigt haben (Mir doch egal, ich mach hier nur meinen Job) oder in ganz speziellen Branchen arbeiten (die ich hier nicht nenne), sind die eher überkritisch und würden bei den genannten Videospots einen heftigen Würgereflex bekommen. Etwas wirklich schlechtes gut zu finden ist eher keine Sache von Technikern sondern von daran beteiligten hochkünstlerisch Kreativen, egal ob Art Direktor, Marketingchef oder auch einer PR-AnjaTanja, die sich dafür hält.
@DeCuir, Sabine: Ich verstehe den Zusammenhang zwischen Aids-Schleife, dem Westaflex-Logo und "auf Kosten anderer Lustig machen" nicht.
@Björn: Was ganz anderes: Graue Schrift auf dunkelgrauem Hintergrund ist für Leute mit (leichter) Sehbehinderung bzw. Brillenträger schlecht zu lesen. Sehr Anstrengend (für mich), die Kommentare hier zu lesen. Nur ein Tip.
Ergänzung zu meinem vorherigem Kommentar: Die Erwähnung "PR-AnjaTanja" sollte keine direkte Anspielung auf Frau DeCuir sein, da ich beim schreiben obiger Zeilen nicht wusste, dass sie anscheinend in einer PR-Abteilung arbeitet. just fyi.
@ Andreas
:-))
Etwas wirklich Schlechtes gut finden, das sollen nur Kreative können? Auweia. Bitte einlesen in zahlreiche Blogs von Kreativen, die sind kritisch bis zur Halskrause. Nicht nur gegenüber fremden Sachen, auch den eigenen. Oft fehlt ihnen jegliches Selbstbewusstsein, ihre eigenen Ein- und Ausfälle halbwegs gut zu verkaufen. Ist sogar oft das Hauptproblem der Freiberufler, daher suchen sich viele einen handfesten Kontakter/Vertriebler ("Lohnschwätzer"), die das für sie erledigen. Das unverdrossene Schönreden anhand von Powerpointfolien bis zum Umfallen beherrschen eher... BWLer perfekt. Ich hoffe, damit aber kein neues Fass aufgemacht zu haben :-)
Ich tendiere eher zu der Vermutung, dass es sowas wie eine innere Schere im Kopp, ein selbst auferlegtes Verbot, ehrlich was dazu zu sagen, gab, weil Verwandtschaft im Spiel war. Man kann das gern machen, an verwandte Netzwerker Aufträge vergeben, wenn es um Sachdienste handelt, z. B. Stahlregale hier, ein großes Bierzelt da. Kein Problem, wunderbar, dass man Bruder oder Schwager hat, es erleichtert auch... das mühsame Unternehmerleben.
Aber bei dem Kombi kreative Dienste plus Verwandtschaft sehe ich ein gravierendes Problem, das "wie sag' ich es ihnen bloß, ohne das es beim nächsten Familienfest heay wird..."
Dazu habe ich mir meine Gedanken gemacht (will es hier nicht allzu breit treten):
http://the-missinglink.blogs.com/logisches/2007/06/das-allzu-liebe.html
Virale Werbung wird wahrscheinlich solange ein Schattendasein führen, bis jemand ein Rezept findet, eine Trefferquote von 30%+ bei viralen Kampagne zu finden. Z.Zt. verpuffen einfach zu viele virale Kampagnen.