Wirtschaftswoche: Nur wo iPod drauf steht, passt auch Podcasting rein !?

Nachdem die Wirtschaftswoche in der letzten Ausgabe einen interessanten Artikel über Weblogs (leider nicht kostenlos verfügbar leider nicht einfach auffindbar) abgeliefert hat, traut man sich diese Woche an das Thema Podcasting.

Herausgekommen ist ein 1 1/3 Seiten langer Bericht (nicht online verfügbar), der das Phänomen Podcasting recht gut beschreibt und deutlich macht, was davon in der Zukunft noch zu erwarten ist. So weit, so gut.

Doch zum Schluss sind dem Autor - Edgar Lange - plötzlich folgende Zeilen in den Artikel gerutscht:
Bis jetzt ist nur Apples MP3-Ikone iPod, von der weltweit mehr als zehn Millionen Stück verkauft wurden, für das Überspielen von Podcasting-Dateien geeignet. Ein Grund dafür ist die nur auf dem iPod laufende Software iTunes, die für das Herunterladen aus dem Internet nötig ist. (...)
Wie bitte ? Die ganze großartige Podcasting-Bewegung eine Geisel proprietärer Datenformate aus dem Hause Apple ? Wohl kaum !

Zwar nutzt Apple bei iTunes, neben MP3, ein Audio-Format, welches teilweise nur auf den iPods funktioniert - nämlich dann, wenn die entsprechenden Files zusätzlich mit Apples DRM-Lösung versehen sind. Für Podcasting spielt das jedoch keine Rolle. Denn wie der Artikel ganz richtig erklärt, sind Podcasting-Dateien ganz normale MP3-Dateien. Die lassen sich eben nicht nur auf gleichnamigen Ikonen, sondern auch auf dem billigsten Noname-Player abspielen.

Andererseits läuft iTunes überhaupt nicht auf iPods, dafür aber auf jedem Rechner mit MacOS X oder Windows und eignet sich dort bestens zum Verwalten von Podcasting-Dateien jeder Art. Nur das Aufspielen auf den Player muss man manuell vornehmen, wenn man nicht glücklicher Besitzer eines iPods ist.

Hoppla, hier ist irgendwie einiges durcheinander geraten !?

Podcasting heisst vermutlich nur deshalb PODcasting, weil Adam Curry, der sich das Konzept ursprünglich ausgedacht hat, (zufällig) einen iPod als MP3-Player verwendet. Der ist aber ganz sicher nicht zwingend notwendig, um Postcast-Shows hören zu können. Seltsam, dass der Autor dies im Laufe seiner Recherchen offensichtlich nicht bemerkt hat.

Wäre es da nicht praktisch, wenn der Artikel jetzt online verfügbar wäre und wenn Leser mit Kommentaren und Trackbacks den Fehler schnell korrigieren könnten ? Bei einem Beitrag in einem Weblog wäre das selbstverständlich. Ausserdem würde dies - ein netter Nebeneffekt - sicher auch noch für einigen zusätzlichen Traffic sorgen. Doch klassische Medien meinen immer noch ohne solche Mechanismen auskommen zu können. Schade eigentlich.

Die Weblogs zugrunde liegenden Prinzipien ausführlich zu beschreiben, ist halt eine Sache. Diese aber vollständig zu verstehen und sie in die eigene Arbeit wirklich zu integrieren, leider eine ganz andere...